zur Navigation zum Inhalt
Foto: pixelio.de / Erich Kasten
 
Gesundheitspolitik 5. Oktober 2010

Krise im Kreißsaal

Die Hebammen am Wiener AKH verschaffen sich mithilfe eines Anwalts und einer Demonstration Gehör in der Öffentlichkeit. Sie wollen auf "unhaltbare Zustände" in ihrem Arbeitsbereich aufmerksam machen und rasche Änderungen erwirken.

"Die derzeitige Lösung kann nur eine Übergangsform sein, es muss sich Grundsätzliches ändern" – unter diesem Motto stellt sich Prof. Peter Husslein, Leiter der Abteilung für Geburtshilfe und Gynäkologie am Wiener AKH, hinter die Hebammen und unterstützt ihre Forderungen nach mehr Geld und mehr Personal. Bis sich in Österreich jedoch "Grundsätzliches" ändert, wie in diesem Fall etwa der Ausgleich der Diskrepanz in der Bezahlung zwischen Wien und den Bundesländern, eine Personalaufstockung und die Übernahme der Hebammenleitung durch die Abteilung für Geburtshilfe – ein Wunsch, der an der grundsätzlichen Organisationsform des Spitals rüttelt –, wird es wohl länger dauern. Hauptknackpunkt ist die Organisation: Die Hebammen des AKH Wien sind aus strukturellen Gründen dem dem "Leiter der Abteilung Medizinische, therapeutische und diagnostische Gesundheitsberufe", zugeordnet. Ansprechpartner für sämtliche Hebammenprobleme war und ist derzeit daher die Gemeinde Wien.

In der Zwischenzeit ist der Konflikt um die Arbeitssituation insofern eskaliert, als von 35 an der Geburtshilfe tätigen Hebammen rund die Hälfte erkrankte und die Schwangeren rasch an andere Krankenhäuser verwiesen wurden. Über freie Dienstverträge wurden externe Hebammen angestellt und der ärztliche Direktor Dr. Reinhard Krepler gibt Entwarnung, dass der Betrieb sichergestellt sei. Eine typisch österreichische Lösung?

 

 Prof. Dr. Peter Husslein  Mag. Marcus Essl Renate Großbichler-Ulrich 

 

Unsere Standpunkte (von links nach rechts)

Standpunkt 1
"Änderungen von Seiten der Gemeinde Wien sind erforderlich"
Die hohe Versorgungsqualität im AKH lässt sich nur durch perfekte Teamarbeit sicherstellen.
Prof. Dr. Peter Husslein Leiter der Abteilung für Geburtshilfe und feto-maternale Medizin der Universitätsklinik für Frauenheilkunde, AKH
> Standpunkt lesen

Standpunkt 2
"Keine sichtbaren nachhaltigen Verbesserungen"
Die Entschärfung der Führungssituation ist unabdingbar zur Lösung dieses Konfliktes.
Mag. Marcus Essl Rechtsanwalt der Mehrheit der Hebammen im AKH
> Standpunkt lesen

Standpunkt 3
"Alle Beteiligten müssen die Probleme klar auf den Tisch legen"
So attraktiv der Beruf ist, so problematisch ist allerdings die Gehaltsstruktur.
Renate Großbichler-Ulrich Präsidentin des Österreichischen Hebammengremiums
> Standpunkt lesen

Von Mag. Renate Haiden, Ärzte Woche 40 /2010

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben