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Foto: UMIT
 
Gesundheitspolitik 28. September 2010

UMIT: Alles nur Willkür des Bundes?

Der Österreichische Akkreditierungsrat hat der UMIT – Private Universität für Gesundheitswissenschaften, Medizinische Informatik und Technik GmbH in Hall in Tirol die Berechtigung für das Doktoratsstudium Gesundheits- wissenschaften entzogen.

250 Studenten der Privatuniversität blicken in eine ungewisse Zukunft. Auch Professor Staudinger, vormals betroffener Departmentleiter Human- und Wirtschaftswissenschaften an der UMIT, zählt zu den Leidtragenden – er entschloss sich angesichts der Unstimmigkeiten zum Rücktritt. Während sich das Bundesministerium und die Medizinische Universität Innsbruck vor der ministeriellen Absegnung des Beschlusses eher bedeckt halten und sparsam mit Wortspenden umgehen, spart Staudinger nicht mit Kritik – insbesondere die Vorgangsweise betreffend, die zu der Entscheidung des Österreichischen Akkreditierungsrates (ÖAR) führte.

Seine ehemaligen Vorgesetzten, das Rektorat der UMIT, sind bei künftigen Akkreditierungsansuchen auf positive Bescheide angewiesen, werden also naturgemäß Kritik eher vorsichtig platzieren. Abgesehen von einem umstrittenen Gutachterprozedere mag die Ursache für die Aberkennung durchaus berechtigt sein. Laut ÖAR war „keine geeignete qualitative Betreuung in allen Phasen des Studiums gegeben“. Was nichts anderes bedeutet, als dass die UMIT das vorgesehene Betreuungsverhältnis von 1 : 6 überschritten hat.

Zudem gebe es schwere Mängel in der wissenschaftlichen Ausrichtung, heißt es beim Akkreditierungsrat. Die Tiroler Medizinunis – ob privat oder öffentlich – kommen nicht aus den Schlagzeilen. Ein Imageschaden für die ambitionierte Privatuniversität scheint unabwendbar. Zu hoffen bleibt, dass sich die beiden Institutionen zumindest hinsichtlich der Unterstützung der Studierenden bei der Erreichung des Studienabschlusses einigen können.

Foto: UMITFoto: UMITFoto: Medizinische Universität Innsbruck 
Unsere Standpunkte (von links nach rechts)

 

Standpunkt 1
"Warum gab es im verfahren kein Parteiengehör - obwohl rechtlich vorgeschrieben?"
Prof. DDr. Roland Staudinger vorm. Departmentleiter, UMIT
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Standpunkt 2
"Bei dem Doktorratsstudium handelt es sich um eines von 19 durch den ÖAR genehmigten Studien an der UMIT"
Prof. Dr. Christa Them, Rektorin der UMIT
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Standpunkt 3
"Ich gehe davon aus, dass der Akkreditierungsrat die richtige Entscheidung getroffen hat."
Prof. Dr. Herbert Lochs, Rektor der Medizinischen Universität Innsbruck
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Von Mag. Birgit Weilguni, Ärzte Woche 39 /2010

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