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Gesundheitspolitik 21. Jänner 2009

Kommentar – MCS: Sehnsucht nach dem Messbaren

MCS: Sehnsucht nach dem Messbaren.

Eine Schwierigkeit ist: Viele Symptome von Menschen, die mit Multipler Chemischer Sensitivität (MCS) in Zusammenhang gebracht werden können, sind eigentlich nicht messbar. Die Diskussion um MCS erinnert in vielen Belangen an jene um das Chronische Müdigkeitssyndrom. Menschen beschreiben dieses sehr ausführlich, die Medizin versucht mit verschiedensten Mitteln zu messen – und findet keine eindeutigen Ursachen.

Sind Menschen mit MCS „psychiatrische Patienten“? Also quasi „eingebildete Kranke“ à la Molière? Und was geschieht, wenn zwar Umweltbelastungen als mögliche (Mit-)Verursacher identifiziert werden, aber die Betroffenen aufgrund ihrer sozialen Lage keine Möglichkeit haben, diesen auszuweichen?

Eine umfassende Begleitung und Beratung wird mit hoher Wahrscheinlichkeit das Empfinden, sich ernst genommen zu fühlen, verbessern. Eine Kombination mit umweltmedizinischen Analysen kann mögliche Auslöser isolieren und in manchen Fällen Handlungsoptionen aufzeigen. Gemeinsam erarbeitete Konzepte für den Lebensalltag könnten ebenso positiv wirken.

Die eindrucksvollen Beschreibungen vom Alltag von Menschen mit MCS und auch davon, wie die Gesellschaft darauf reagiert, zeigt deutlich, dass solche Schritte sicher Sinn machen – doch sie können auch nicht die weitere intensive Forschung zu MCS ersetzen.

Lesen Sie zum Thema auch: Überempfindlichkeit gegen Umwelteinflüsse?

Von Mag. Christian F. Freisleben-Teutscher, Ärzte Woche

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