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Gesundheitspolitik 21. September 2010

Standpunkte: Alles unter Kontrolle!

Für das Empowerment von Diabetikern spielt die Blutzuckerselbstmessung eine wichtige Rolle. Der Hauptverband lehnt eine Erstattung allerdings ab.

Nach aktuellen Schätzungen sind in Österreich etwa 600.000 Menschen von Diabetes betroffen. Die meisten dieser Menschen leiden an Typ-2-Diabetes – einer lebensstilbedingten Erkrankung. Experten erwarten einen epidemiehaften Anstieg der Prävalenzzahlen für die nächsten Jahre. Die aktuellen Maßnahmen zur Primärprävention, der klassischen Gesundheitsförderung, bieten die richtigen Ansätze, sind aber noch ausbaufähig, sagen Ärzte.

Zielgruppenspezifische Angebote, mehr Aufklärung und ein strukturiertes Screening-Verfahren mit Blick auf die Risikogruppen müssten flächendeckend in ganz Österreich umgesetzt werden. In der Verbesserung der Betreuung bereits erkrankter Personen gilt es, kürzlich geschaffene Strukturen wie das Disease Management Programm (DMP) „Therapie aktiv“ für Personen mit Typ-2-Diabetes stärker zu nutzen. Sowohl die Reduktion akuter als auch chronischer Diabetesfolgen sowie deren Kosten können damit positiv beeinflusst werden, wie erste Evaluierungen aus Salzburg und der Steiermark zeigen.

In einem zweiten Schritt stehen nun die Ausbildung von spezialisierten Internisten und der Ausbau von Krankenhausambulanzen mit besonderem Augenmerk auf Fußsprechstunden an. Gefordert werden auch adäquate Ressourcen für die Blutzuckerselbstkontrolle (BZSK). Sie soll für jeden Patienten mit Diabetes mellitus zur Verfügung stehen, der Hauptverband lehnt eine Erstattung jedoch ab.

 

Prim. Univ.-Doz. Dr. Raimund Weitgasser  Mag. Dr. Christiane Körner   Prim. Univ.-Prof. Dr. Peter Fasching

Unsere Standpunkte (von links nach rechts)

Standpunkt 1
"Umfassende Bewusstseinsbildung ist notwendig"
Eine hochwertige Patientenversorgung setzt mehr Interesse an Diabetes voraus.
Prim. Univ.-Doz. Dr. Raimund Weitgasser Präsident der ÖDG, Vorstand der Abteilung für Innere Medizin, Diakonissenkrankenhaus Salzburg
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Standpunkt 2
"Die Beratung in der Apotheke zeigt Wirkung!"
Die Apotheken unterstützen Patienten aktiv bei der Umstellung ihres Lebensstils.
Mag. Dr. Christiane Körner Erste Vizepräsidentin der Österreichischen Apothekerkammer
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Standpunkt 3
"Selbstmessungen verbesseren die Krankheitsbewältigung"
Adäquate Ressourcen für die Blutzuckerselbstkontrolle sind dringend erforderlich!
Prim. Univ.-Prof. Dr. Peter Fasching Vorstand der 5. Medizinischen Abteilung, Wilheminenspital der Stadt Wien
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Von Mag. Renate Haiden, Ärzte Woche 38 /2010

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