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Gesundheitspolitik 14. September 2010

„Nicht genügend“ zum Schulanfang

Österreichs Kinder bewegen sich zu wenig. Die Folgen werden individuell und volkswirtschaftlich gleichermaßen verheerend sein. Die Schulen sind gefordert, gegenzusteuern. Die erwachsenen Vorbilder sowieso.

Neueste Untersuchungen stellen der Gesundheit der österreichischen Jugendlichen ein katastrophal schlechtes Zeugnis aus. Ihr Zustand hat sich aufgrund eines zunehmenden Bewegungsmangels in Kombination mit falscher Ernährung in den letzten Jahren drastisch verschlechtert. Als ein plakatives Indiz dafür mag die in letzter Zeit vielfach beobachtete Tatsache dienen, dass es etwa beim österreichischen Bundesheer immer mehr 18-jährige Grundwehrdiener gibt, die es nicht schaffen, eine 400 Meter lange Stadionrunde ohne Gehpausen durchzulaufen. Allein die Zahl der übergewichtigen Kinder liegt mittlerweile bei deutlich über 20 Prozent, Tendenz steigend. Kinder leiden durch ihren praktizierten – und vielfach von den Erwachsenen vorgelebten – Lebensstil zunehmend an Erkrankungen, welche bis vor einigen Jahren im Kindesalter nahezu unbekannt waren: hoher Blutdruck, Diabetes, Erkrankungen des Bewegungsapparates, Drogenabhängigkeit. Auch Essstörungen schon in jungen Jahren nehmen bedenklich zu. Teenager geraten immer öfter in einen Teufelskreis aus Übergewicht, Diätwahnsinn und Essstörung. Dieser Teufelskreis kann insbesondere durch eine Re-Normalisierung des Bewegungsverhaltens durchbrochen werden. Wo muss dazu aber angesetzt werden – in der Familie oder eher in der Schule? Oder vielleicht doch am besten überall gleichzeitig und mit vereinten Kräften?

 Nobert Darabos Dr. Andreas Dallamassl  Dr. Susanne Brandsteidl 

Unsere Standpunkte (von links nach rechts)

Standpunkt 1
"Eine „Traumnote“ für die Zusammenarbeit"
Ein Miteinander von organisiertem Sport und Schule bringt Bewegung in das Leben von Kindern.
Norbert Darabos Bundesminister für Landesverteidigung und Bundesminister für Sport
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Standpunkt 2
"Lebensqualität und Lebensfreude nehmen ab"
Nicht die Gene sind schuld, sondern der bewegungsarme Lebensstil und die falsche Ernährung.
Dr. Andreas Dallamassl Arzt für Allgemeinmedizin und Sportarzt, Linz
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Standpunkt 3
"Mehr Turnstunden bleiben ein politisches Ziel"
Der Turnunterricht ist für manche Kinder oft die einzige regelmäßige Bewegungszeit.
Dr. Susanne Brandsteidl Amtsführende Präsidentin des Stadtschulrats für Wien
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Von Mag. Volkmar Weilguni, Ärzte Woche 37 /2010

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