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Foto: ÖGAM
Dr. Erwin Rebhandl Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Allgemeinmedizin (ÖGAM)
 
Gesundheitspolitik 21. Jänner 2009

Approbation und Facharzt für Allgemeinmedizin gleichzeitig klären

Das wichtigste Ziel ist, auch in Zukunft eine qualitativ hochwertige medizinische Grundversorgung sicherzustellen. Eine grundsätzliche Voraussetzung dafür ist eine gute Ausbildung.

Was momentan diskutiert wird, bedeutet das Ende des derzeitigen dreijährigen Turnus zum Arzt für Allgemeinmedizin. Die Frage ist, wer die Aufgaben der Turnusärzte in den Spitälern dann übernehmen wird und welche Veränderungen schon beim Medizinstudium nötig sind. Wobei hinzuzufügen ist: Schon jetzt gibt es approbierte Ärzte aus dem EU-Raum, die in Österreich tätig sind.

So ist es etwa noch unklar, welchen Status approbierte Mediziner im Spital haben könnten. Nach EU-Richtlinien dürfen diese nicht innerhalb des Sozialversicherungssystems tätig sein und es ist noch fraglich, ob die Spitäler hier auch gemeint sind. Geklärt werden muss weiters, welche Arbeitsbereiche von Pflegefachkräften übernommen werden könnten.

Die EU macht ja starken Druck auf Österreich – ich rechne mit einer Lösung allerdings frühestens 2010 oder 2011. Ich hoffe, dass dann auch der Facharzt für Allgemeinmedizin endlich Realität sein wird. Dabei muss es auch Übergangsregelungen für bereits tätige Ärzte geben: Vorstellbar ist etwa, dass jemand, der eine mindestens dreijährige praktische Tätigkeit als Arzt für Allgemeinmedizin und ein aktuelles DFP-Diplom vorweisen kann, ohne weitere Prüfung die Anerkennung als Facharzt bekommt.

Ein anderes Szenario ist, dass es innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre zu keiner Lösung beim Facharzt für Allgemeinmedizin kommt. Dann würde für die Anwärter weiterhin ein dreijähriger Turnus bestehen bleiben – dies ist allerdings die ungünstigste Variante. Ein Knackpunkt ist auch die Finanzierung der Lehrpraxis – diese kostete die öffentliche Hand etwa 12 Millionen Euro im Jahr. Im Vergleich zu anderen Ausgaben eigentlich nicht ein Betrag, der das ganze Projekt in Gefahr bringen dürfte…

Ein weiterer offener Punkt ist die Zahl der Ausbildungsstellen für Fachärzte. Wie auch eine aktuelle oberösterreichische Analyse zeigt, gibt es jetzt schon zu wenige. Dies ist gerade auch angesichts der Frage, ob künftig genug Ärzte zur Verfügung stehen werden, ein sehr wichtiger Punkt.

 

Lesen Sie auch die Einführung zum Thema dieser Standpunkte:

Neuordnung der ärztlichen Ausbildung

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Dr. Erwin Rebhandl Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Allgemeinmedizin (ÖGAM)

Von Mag. Christian F. Freisleben-Teutscher , Ärzte Woche

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