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Foto: Buenos Dias/photos.com
Wer wird in Zukunft im Spital die Arbeit der Turnusärzte übernehmen?
 
Gesundheitspolitik 21. Jänner 2009

Neuordnung der ärztlichen Ausbildung

Gehört der Turnus bald der Vergangenheit an?

Die zentrale Frage im Zusammenhang mit der künftigen Regelung der Ausbildung von Allgemein- und Fachärzten lautet: Wie müssen sich das Studium und die Strukturen fachärztlicher Ausbildungen verändern, damit sie den Vorgaben der Europäischen Union entsprechen?

Ein österreichischer Mediziner erhält die Approbation zurzeit erst nach mindestens 36-monatiger Berufstätigkeit in einem Ausbildungsverhältnis, also nach Ende des Turnus. In vielen Ländern der Europäischen Union ist dies jedoch deutlich früher der Fall. Deshalb hat die EU-Kommission bereits ein Mahnverfahren gegen Österreich eingeleitet, damit rasch eine Angleichung erfolgt. Im Vorjahr wurde intensiv über die Variante eines „common trunk“ diskutiert: ein Jahr medizinische Basisausbildung nach dem Studium, egal welches Fach angestrebt wird.

Die neue Regierung hat sich die „rasche Lösung“ des Problems auf die Fahnen geschrieben. Im Gesundheitsministerium wurde eine Arbeitsgruppe etabliert. Inzwischen ist es eher unwahrscheinlich, dass ein „common trunk“ kommt. Wahrscheinlicher ist eine Approbation unmittelbar nach dem Studium. Damit wäre auch sichergestellt, dass die Studienabgänger im gesamten EU-Raum ihre Ausbildung fortsetzen oder als Ärzte außerhalb des Sozialversicherungssystems tätig sein können.

Gleichzeitig geht es um die Finalisierung der Regelungen zum Facharzt für Allgemeinmedizin. Beide Fragen hängen sehr eng zusammen, gerade wenn es um den Bereich der Basisversorgung in den Spitälern geht. Würde es nach den Vorgaben der EU gehen, müsste Österreich die Frage der Approbation schon längst geklärt haben und seit Jahresbeginn alles auf Schiene sein – davon kann aber noch lange nicht die Rede sein.

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Wer wird in Zukunft im Spital die Arbeit der Turnusärzte übernehmen?

Von Mag. Christian F. Freisleben-Teutscher, Ärzte Woche

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