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Gesundheitspolitik 8. September 2010

Standpunkte: Was tun mit den teuren Landesspitälern?

Die Fassade bröckelt: Alleine in Niederösterreich sollen in den kommenden Jahren in einem Umkreis von 50 Kilometern vier Landeskliniken neu gebaut werden. Systemkritiker sehen im föderalen österreichischen Spitalswesen eine massive Gefahr für die nachhaltige Finanzierbarkeit des Gesundheitssystems und wünschen sich ein länderübergreifendes Standortkonzept. Systembefürworter machen hingegen gerne den medizinischen Fortschritt, teurere Medikamente oder besser qualifiziertes Personal für die Kostenexplosion verantwortlich. Sie sprechen von notwendiger Nahversorgung im Spitalsbereich und befürchten massive Arbeitsplatzverluste bei Zusammenlegungen. In einer Expertenanalyse werden vor allem die vielen kleinen Spitäler, die oft zu wenig kooperieren und auf Spezialisierung setzen, für die Ineffizienz des Systems verantwortlich gemacht. Die Experten zeigen zudem massive Strukturprobleme auf. Demnach sind die Österreicher Europameister bei Krankenhausbesuchen. 27 Prozent der Bürger lassen sich jährlich in einem Spital behandeln, im EU-Schnitt sind es nur 15 Prozent. Auch ÖVP-Wirtschaftsbund und Opposition wollen eine „Planung, Steuerung und Finanzierung aus einer Hand“. Der Gesundheitsökonom Ernest Pichlbauer spricht gar von einer „atemberaubenden Ausgabenpolitik, als gäbe es kein Morgen“, und fordert „die Entmachtung der Länder, alle Kompetenzen für den Bund und die Schließung von überflüssigen Spitälern“.

 Dr. Harald Mayer Hans-Hörg Schelling  Mag. Wolfgang Sobotka 

Unsere Standpunkte (von links nach rechts)

Standpunkt 1
"Ein Gefühl von Sicherheit"
Manche zielen darauf ab, die hervorragend funktionierende Spitalsversorgung zu demontieren
Dr. Harald Mayer Vizepräsident der Ärztekammer, Bundesobmann der angestellten Ärzte
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Standpunkt 2
"Jetzt sind die Länder am Zug"
Die Leistungen müssen kostengünstiger erbracht werden, ohne sie zu schmälern. Das ist ein harter Weg.
Hans-Jörg Schelling Vorsitzender des Verbandsvorstandes im Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger
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Standpunkt 3
"Persönliche Betreuung"
Kleine Kliniken bekommen die höchsten Zufriedenheitserte. Darum muss es uns vor allem gehen.
Mag. Wolfgang Sobotka Landeshauptmann-Stellvertreter von Niederösterreich, zuständig für die NÖ Landeskliniken
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Von Mag. Volkmar Weilguni , Ärzte Woche 36 /2010

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