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Foto: Privat
Von DDr. Christian Fiala, Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe Gynmed Ambulatorium Wien Salzburg
 
Gesundheitspolitik 17. August 2010

Meinung: War die heterosexuelle Epidemie nur ein Mythos?

„Fachleute, die mit den Daten vertraut waren, wussten schon lange, dass es nie Anlass für eine Hysterie gegeben hatte.“

2007 hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO/UNAIDS) zugegeben, dass sie die Zahl der weltweit HIV-Infizierten von 40 Millionen um sieben Millionen zu hoch geschätzt hatte. Dieses Eingeständnis ist bemerkenswert, denn schon Jahre zuvor war der WHO vorgeworfen worden, sie würde überhöhte Zahlen verwenden, um mehr Geld zu fordern (was auch gelang).

Dr. James Chin, der früher bei der WHO für diese Statistiken verantwortlich gewesen war, geht sogar von einer Fehleinschätzung von 15 Millionen aus. Seine Erkenntnisse hat er in einem Buch mit dem Titel Die Aids-Pandemie im Konflikt zwischen Epidemiologie und politischer Korrektheit veröffentlicht. Darin erklärt er, dass in Europa und Nordamerika nie mit einer AIDS-Epidemie zu rechnen war und wie die überhöhten Zahlen missbraucht wurden, um Angst zu schüren und mehr Geld fordern zu können.

Ein weiteres Eingeständnis folgte 2008 im British Medical Journal: „Das Ende von UNAIDS kündigt sich an“. Der Autor Roger England schrieb dort: „Es gilt nicht mehr als Häresie zu sagen, dass viel zu viel für HIV ausgegeben wird im Vergleich zu anderen Krankheiten. Und dass die überhöhten Ausgaben für HIV das Gesundheitssystem schädigen.“ Seine Analyse der Daten und Fakten führt zu der Schlussfolgerung, dass „UNAIDS möglichst rasch geschlossen werden soll, weil die Zielsetzung falsch ist und Schaden anrichtet.“ Noch im selben Jahr bestätigte Dr. Kevin de Cock, seit 2006 Leiter der WHO-Abteilung für HIV/AIDS, dass „HIV in Ländern außerhalb Afrikas auf Risikogruppen beschränkt ist“. Bereits seit vielen Jahren hatte sich abgezeichnet, dass HIV/AIDS keine Gefahr für die heterosexuelle Bevölkerung in Europa oder Nordamerika darstellte (im Gegensatz zu unzähligen Kampagnen, die glauben machen wollten, „jeder kann Aids bekommen“). Fachleute, die mit den Daten vertraut waren, wussten von Anfang an, dass es nie einen Anlass für eine Hysterie gegeben hatte. Große Untersuchungen unter Blutspendern, Schwangeren, Präsenzdienern und weiblichen Prostituierten hatten bereits in den 1990er-Jahren gezeigt, dass sich HIV in der heterosexuellen Bevölkerung nicht ausbreitet. Die Erklärung dafür lieferte die größte Untersuchung unter diskordanten heterosexuellen Paaren, in denen also ein Partner HIV-positiv, der andere aber HIV-negativ ist. Das Ergebnis nach zehn Jahren Beobachtung: „We observed no seroconversions after entry into the study“ (Padian 1997).

Der Widerspruch zwischen den wissenschaftlichen Fakten (einer nicht nachweisbaren heterosexuellen Ausbreitung) und den unzähligen Kampagnen, die das Gegenteil (nämlich eine immanente Gefahr bei jedem Verkehr) an die Wand malten, veranlasste die Wissenschaftlerin Dr. Rebecca Culshaw zu der Aussage: „In den letzten 20 Jahren wurde die Öffentlichkeit bewusst falsch informiert und massiv in die Irre geführt’.“ Culshaw muss es wissen, denn sie war an der Entwicklung und Anwendung der Computermodelle beteiligt, mit denen die Ausbreitung von HIV berechnet wurde.

Nachdem endlich die Hysterie über eine angebliche Epidemie vorbei ist, klingen die letzten Kampagnen wegen Mangels an Glaubwürdigkeit langsam aus. Damit sind heterosexuelle Paare nach 25 Jahren Panikmache endlich wieder dort, wo sie nach der Sexuellen Revolution vor über 40 Jahren waren. Sie müssen lernen, ihre Sexualität den eigenen Bedürfnissen entsprechend zu leben, ohne Angst vor Hölle, Rückenmarksschwund, HIV oder anderen virtuellen Gefahren, welche ihnen die Gesellschaft immer schon einreden wollte. Das Recht dazu hatte jahrhundertelang gegen erbitterten Widerstand erkämpft werden müssen.

Es gibt jedoch keine gesellschaftlichen Vorbilder oder brauchbare Handlungsanweisungen dafür, wie wir eine heterosexuelle Beziehung zwischen 16 und 85 zufrieden leben. Es könnte sich herausstellen, dass dies viel schwieriger ist als die Überwindung von nicht existierenden Gefahren in der Vergangenheit. Wie schwierig es etwa ist, während 35 Jahren Fruchtbarkeit ungewollte Schwangerschaften zu verhindern, zeigt sich in der hohen Abbruchrate. Dass Kondome mit einer bekannt mittelmäßigen Verhütungssicherheit (Pearl-Index von 15) hierbei wenig hilfreich sind, haben viele Frauen im Rahmen einer ungewollten Schwangerschaft feststellen müssen.

Referenzen:

UNAIDS Presseaussendung Genf, 20. November 2007
‚Global HIV prevalence has levelled off; AIDS is among the leading causes of death globally and remains the primary cause of death in Africa Improvements in surveillance increase understanding of the epidemic, resulting in substantial revisions to estimates’
http://data.unaids.org/pub/PressRelease/2007/071119_epi_pressrelease_en.pdf
Diese Pressemeldung enthält folgende Aussage: ‚The current estimate of 33.2 million [30.6 – 36.1 million] people living with HIV replaces the 2006 estimate of 39.5 million [34.1 – 47.1 million].’


‚U.N. to Cut Estimate of AIDS Epidemic Population with Virus Overstated by Millions
The Washington Post, 20. November 2007 über die Datenrevision von UNAIDS. Kommentar aus diesem Bericht
:
‚Some researchers, however, contend that persistent overestimates in the widely quoted U.N. reports have long skewed funding decisions and obscured potential lessons about how to slow the spread of HIV. Critics have also said that U.N. officials overstated the extent of the epidemic to help gather political and financial support for combating AIDS.’

http://www.washingtonpost.com/wp-dyn/content/article/2007/11/19/AR2007111900978_pf.html

 

The AIDS Pandemic: The Collision of Epidemiology with Political Correctness
Buch von Dr.
James Chin, früherer leitender Epidemiologe bei der WHO
www.amazon.de/AIDS-Pandemic-Collision-Epidemiology-Correctness/dp/1846191181/ref=sr_1_3/302-8228292-6470464?ie=UTF8&s=books-intl-de&qid=1179268053&sr=8-3

 

Threat of world Aids pandemic among heterosexuals is over, report admits
Artikel in The Independent von Jeremy Laurance, Sonntag, 8. Juni 2008
http://www.independent.co.uk/life-style/health-and-wellbeing/health-news/threat-of-world-aids-pandemic-among-heterosexuals-is-over-report-admits-842478.html

 

The writing is on the wall for UNAIDS
von Roger England in BMJ  2008;336:1072 (10. Mai),
http://www.bmj.com/cgi/content/full/336/7652/1072

 

Lieben wir gefährlich? Ein Arzt auf der Suche nach den Fakten und Hintergründen von Aids
Christian Fiala, ein Buch erschienen im Deuticke Verlag Wien, 1997

 

Why I Quit HIV
Artikel von Rebecca V. Culshaw, in dem sie erklärt, warum sie keine weiteren mathematischen Modelle über die HIV/AIDS-Epidemie entwickelt
http://www.lewrockwell.com/orig7/culshaw1.html

 

Science Sold Out: Does HIV Really Cause AIDS?
Buch von Rebecca V. Culshaw über die Probleme der HIV/AIDS-Theorie und die mutmaßliche Epidemie
http://www.amazon.com/Science-Sold-Out-Really-Cause/dp/1556436424

 

Epidemiologische Beweise gegen die heterosexuelle Übertragung von HIV und gegen Verhütungskampagnen
http://www.rethinkingaids.de/allg/epidem-d.htm

 

Heterosexual transmission of human immunodeficiency virus (HIV) in northern California: results from a ten-year study.
Padian NS, Shiboski SC, Glass SO, Vittinghoff E.
Am J Epidemiol. 1997 Aug 15;146(4):350-7.
http://aje.oxfordjournals.org/cgi/reprint/146/4/350?view=long&pmid=9270414

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