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Prof. Prim. Dr. Franz Aichner Medizinische Gesellschaft Oberösterreich
 
Gesundheitspolitik 15. Jänner 2009

Österreich braucht rasch eine vierte öffentliche Medizinische Universität, weil die bestehenden nicht genügend Jungärzte ausbilden können

Den bestehenden Universitäten fehlen schlicht die Kapazitäten, um eine größere Zahl von Medizinern ausbilden zu können – das können auch die Zahlen im Übereinkommen der Regierung nicht ändern. Die Analysen der Wirtschaftsuniversität Wien lassen keine Zweifel offen: Es ist rasches Handeln angesagt, um den Mehrbedarf der kommenden Jahre an Medizinern sicherzustellen, der sich auch durch die zunehmende Spezialisierung der Medizin ergibt. Wobei eine MedUni Linz eine Notwendigkeit und kein Eliteprojekt ist.

Oberösterreich ist aus vielen Gründen ein idealer Standort für eine vierte medizinische Universität. Es gibt ausreichend Mediziner, die in der universitären Lehre und Forschung tätig sind, und ebenso genug Lehrkrankenhäuser. Eine Linzer Medizinuniversität würde etwa 560 neu geschaffene oder gesicherte Arbeitsplätze bringen und weiters ein um 63 Millionen Euro höheres regiona-les Bruttoinlandsprodukt bedeuten. Gleichzeitig würden mehr Mediziner in der Region bleiben sowie der Zugang zu spitzenmedizinischen Leistungen verbessert werden.

Eine medizinische Privatuniversität in Linz ist als Startmodell eine sinnvolle Variante, auf Dauer aber zu wenig. Der Österreichische Strukturplan Gesundheit (ÖSG) sieht für den Ballungsraum Oberösterreich medizinische Einrichtungen für eine Maximalversorgung vor – und dazu gehört einfach auch eine Universitätsklinik. Wir haben schon viele Vorarbeiten für die Realisierung eines medizinischen Studiums in Linz geleistet – spätestens nächstes Jahr müssen aber konkrete Umsetzungsschritte folgen, um rechtzeitig einem Mangel an Medizinern in Österreich vorzubeugen. Der Zeitplan von Minister Hahn entspricht nicht diesen Erfordernissen und ist zudem viel zu wenig konkret.

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Von Mag. Christian F. Freisleben-Teutscher , Ärzte Woche

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