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Foto: IAS
Prof. Julio Montaner Präsident der IAS, der internationalen AIDS-Gesellschaft
 
Gesundheitspolitik 6. Juli 2010

Die Preise fallen und die Qualität der Drogen steigt

Eine rigide Drogenpolitik heizt die Aids-Epidemie noch weiter an, bringt Gewalt, steigende Kriminalitätsraten und die Destabilisierung ganzer Staaten. Die HIV-Epidemie wird durch die Kriminalisierung von Benutzern illegaler Drogen noch vergrößert, ebenso durch die Verhinderung von Opiat-Substitutions- und Spritzentausch-Programmen. Gesetzliche Barrieren gegenüber wissenschaftlich belegten positiven Konsequenzen solcher Programme verursachen Hunderttausende neue Infektionen mit HIV und Hepatitis pro Jahr. Eine Kriminalisierung bringt lediglich Rekordzahlen bei Inhaftierungen und damit einhergehend hohe Ausgaben für die Gefängnisse. Gleichzeitig gibt es noch keinen wissenschaftlichen Beweis, dass sie den Drogenkonsum oder die Versorgung mit Drogen reduzieren würde. Über die vergangenen Jahrzehnte hinweg haben nationale und internationale Drogen-Beobachtungssysteme ein generelles Muster von fallenden Preisen für Drogen und steigende Reinheit von Giften gezeigt – dies trotz massiver Investitionen in das Durchsetzen von Drogengesetzen. Repressive Maßnahmen via Polizei und Justiz in Sachen Drogen sind also definitiv fehlgeschlagen, haben nur negative Ergebnisse gebracht.

Gefordert werden daher eine transparente Analyse der Wirksamkeit der derzeitigen Drogenpolitik sowie die Verwendung und die Bewertung von Maßnahmen und Behandlungsstrategien, die auf wissenschaftlicher Basis beruhen. Drogenkonsumenten sollten entkriminalisiert werden. Auch Zwangstherapie-Zentren sollten geschlossen werden, da sie die Menschenrechte verletzen. Und schließlich sollte es zu einer Verstärkung und Ausdehnung der Finanzierung für die Behandlung von Drogenkranken und die Reduzierung der schädlichen Konsequenzen von Drogenkonsum durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die Vereinten Nationen kommen.

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