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Gesundheitspolitik 7. Juli 2010

Drogenkonsumenten sind Patienten, keine Verbrecher

Im Vorfeld der 18. Internationalen AIDS-Konferenz wurde eine „Vienna Declaration“ veröffentlicht. Sie sieht eine wirkungsvolle AIDS-Bekämpfung durch repressive Maßnahmen von Polizei und Justiz gegenüber Drogenkonsumenten gefährdet.

„Die Kriminalisierung von Konsumenten illegaler Drogen heizt die HIV-Epidemie an und hat zum größten Teil zu negativen gesundheitlichen und sozialen Konsequenzen geführt. Hier ist eine umfassende Neuorientierung erforderlich.“ So lautet eine der zentralen Forderungen der „Vienna Declaration“, die von der Internationalen AIDS-Gesellschaft (IAS), dem Zentrum für Exzellen-Forschung über HIV/AIDS und des Internationalen Zentrums für Wissenschaft in der Drogenpolitik (ICSDP) verfasst wurde. Einer ihrer ersten Unterzeichner was Francoise Barre-Sinoussi, die 2008 gemeinsam mit Luc Montagnier für die Entdeckung des AIDS-Virus den Medizin-Nobelpreis erhalten hat. Die Erklärung, die derzeit öffentlich zur Unterschrift aufliegt, plädiert für eine internationale Drogenpolitik ausschließlich auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse. In Sachen illegaler Drogen würden diese dort beginnen, wo „Sucht als Krankheit und nicht als Verbrechen“ akzeptiert wird. Denn die Kriminalisierung von Drogenkonsumenten heizt die HIV-Epidemie noch weiter an. Sie führt damit auch zu erheblichen negativen gesundheitlichen und sozialen Konsequenzen. In einzelnen Regionen wie etwa in Osteuropa ist der injizierende Drogenkonsum bereits Hauptursache für HIV-Infektionen. Die „Vienna Declaration“ fordert daher eine umfassende Neuorientierung der internationalen Drogenpolitik.

Dr. Hans Haltmayer  Mag. Dr. Maria Fekter   Prof. Julio Montaner

Unsere Standpunkte (von links nach rechts)

Standpunkt 1
"Bestehende Angebote sollten rasch erweitert werden"
Die Kriminalisierung von Abhängigen schafft schwerwiegende soziale und gesundheitliche Probleme
Dr. Hans Haltmayer Ärztlicher Leiter des Drogenambulatoriums „Ganslwirt“ und Verein Wiener Sozialprojekte
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Standpunkt 2
"Hierarchien der Drogenmafia zerstören und Handel erschweren"
Als Sicherheitsministerin bin ich überzeugt, dass die Maßnahmen richtig gesetzt sind.
Mag. Dr. Maria Fekter Bundesministerin für Inneres
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Standpunkt 3
"Die Preise fallen und die Qualität der Drogen steigt"
In der AIDS-Forschung sehen wir die Effekte von falschen Strategien in der Drogenpolitik deutlich.
Prof. Julio Montaner Präsident der IAS, der internationalen AIDS-Gesellschaft
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Von Mag. Volkmar Weilguni , Ärzte Woche 27 /2010

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