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Gesundheitspolitik 30. Juni 2010

Standpunkte: neue EU - Lebensmittelkennzeichnung

Mit großer Mehrheit stimmte das Europaparlament kürzlich für eine EU-Verordnung, mit der Lebensmittel nach einheitlichen GDA-Richtlinien zu kennzeichnen sind. Die von Verbraucherorganisationen befürwortete „Ampelkennzeichnung“ ist damit gefallen. Der Gewinner heißt Lebensmittelindustrie.

Eine verständliche Auszeichnung über Nährwerte von Lebensmitteln wäre aus der Sicht der Gesundheitswirtschaft durchaus wünschenswert, nimmt doch die Zahl der Adipositaskranken rasant zu. Auch der volkswirtschaftliche Nutzen durch die Vermeidung von Folgeerkrankungen wie etwa Herz-Kreislauf-Problemen oder Diabetes steht außer Frage.

Und dennoch: die klare und transparente Kennzeichnung von Fertiggerichten, Snacks oder Limonaden wurde abgelehnt. Von Verbraucherorganisationen wurde eine farbliche Ampellösung befürwortet, denn sie ist einfach und leicht verständlich. Die Industrie war dagegen, würden doch damit bestimmte Lebensmittel diskriminiert. Durchgesetzt hat sich das Konzept der Nahrungsmittelindustrie, Nährwertangaben auf der Grundlage von Portionen oder des durchschnittlichen Tagesbedarfs einzuführen.

 

Die Bewertung der Nährwertgehalte durch Prozentangaben bezieht sich auf den Tagesbedarf einer erwachsenen Frau von 2.000 Kilokalorien. Vorverpackte Lebensmittel werden die sogenannte GDA-Kennzeichnung tragen. Sie steht für „Guideline Daily Amount“, also den Richtwert für die Tageszufuhr: abgerundete Rechtecke mit absoluten Werten an Energie, Fett, gesättigten Fettsäuren, Zucker und Salz in Gramm und deren prozentualen Anteile an der empfohlenen Tagesmenge müssen gut lesbar auf der Verpackung stehen. Ob sie auch gut verständlich sind, bleibt offen.

Dr. Nikolaus Hartig ECR Austria-Manager   Dr. Rosa Aspalter Ernährungsmedizinerin, KiloCoachTM, Online-Service für erfolgreiches Abnehmen   DI Heinz Schöffl Arbeitkammer, Abteilung Konsumentenpolitik

Unsere Standpunkte (von links nach rechts)

Standpunkt 1
Der mündige Konsument steht im Vordergrund
Einen erzieherischen Effekt hätte die Ampelkennzeichnung nicht gehabt.
Dr. Nikolaus Hartig ECR Austria-Manager > Standpunkt lesen

Standpunkt 2
Ein Verzicht heißt nicht, dass es sich um ein Verbot handelt!
Eine Kennzeichnung hilft, die Adipositaswelle einzudämmen, ist aber sicher nicht die einzige Lösung.
Dr. Rosa Aspalter Ernährungsmedizinerin, KiloCoachTM, Online-Service für erfolgreiches Abnehmen
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Standpunkt 3
Nicht mehr und keine anderen Einsichtsrechte als bisher
Was immerhin bleibt, ist die Tatsache, dass die Kennzeichnung grundsätzlich verbindlich ist.
DI Heinz Schöffl Arbeitkammer, Abteilung Konsumentenpolitik
> Standpunkt lesen

Von Mag. Renate Haiden , Ärzte Woche 26 /2010

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