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Foto: www.lenz.cc
Dr. Lydia Unger-Hunt lebt in Brüssel. Sie ist Medizinerin und Gesundheitsjournalistin.
 
Gesundheitspolitik 22. Juni 2010

News aus Brüssel

Weltblutspendetag: Umfrage meldet steigende Zahl der Spender – Österreich auf Platz eins

Am 14. Juni war Welt-Blutspendetag, der 2005 eingeführt wurde, um das Bewusstsein für den Bedarf an sicherem Blut und regelmäßigen freiwilligen Blutspenden zu fördern. Koordiniert wird der Tag gemeinsam von der Weltgesundheitsorganisation (WHO), der Internationalen Organisation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRK), der Internationalen Gesellschaft für Transfusionsmedizin (ISBT) und der Internationalen Föderation der Blutspendeorganisationen (FIODS).

Nun zeigte eine Eurobarometer-Umfrage einen Anstieg der Blutspender um 6 Prozent, seit der letzten Befragung im Jahr 2002 in den 15 damaligen EU-Mitgliedstaaten. Den höchsten Anteil an Blutspendern haben demnach Österreich (66 Prozent), Frankreich (52 Prozent), Griechenland (51 Prozent) und die Republik Zypern (51 Prozent). Österreich weist übrigens auch den höchsten Anstieg auf, von 51Prozent auf 66 Prozent. Die kürzesten Spendierhosen tragen die Portugiesen (22 Prozent), Malteser (29 Prozent) und die Schweden (30 Prozent).

Weitere Ergebnisse der Umfrage:

  • insgesamt haben 37Prozent der Europäer bereits Blut gespendet
  • mehr Männer als Frauen spenden Blut (44 Prozent gegenüber 31Prozent)
  • die Altersgruppe der 40- bis 54-Jährigen stellt die meisten Blutspender, nämlich 46 Prozent
  • Menschen, die im Alter von 20 noch einer Ausbildung nachgingen, spenden demnach häufiger Blut, als solche, die im Alter von 15 oder sogar früher die Schule verlassen haben (46 Prozent verglichen mit 32 Prozent). Menschen auf Managerposten spenden häufiger (49Prozent) als Personen, die ‚nur’ einen Haushalt versorgen (25 Prozent), arbeitslos sind (33Prozent) oder in Pension (39 Prozent).
  • Die meisten Europäer (57 Prozent) sind der Ansicht, dass die Sicherheit der Bluttransfusionen in den letzten zehn Jahren gestiegen ist.

Der letzte Punkt ließe darauf schließen, dass Kampagnen über den Bedarf an Bluttransfusionen und daher auch Blutspenden erfolgreich dazu beitragen könnten, mehr Menschen zum Blutspenden zu bewegen, so die Autoren der Eurobarometer-Untersuchung.

Übrigens: Laut einer ebenfalls im Juni veröffentlichten Eurobarometer-Umfrage über Organspenden sind mehr als die Hälfte der Europäerinnen und Europäer bereit, ihre Organe zu spenden.

  • 40 Prozent der Europäer haben mit ihren Familien bereits über Organspende und Organtransplantation gesprochen.
  • 55 Prozent sind bereit, nach ihrem Tod eines ihrer Organe zu spenden, 27 Prozent lehnen dies ab. Dies deckt sich mit den Ergebnissen der Umfrage aus dem Jahr 2006 (56 Prozent zur Spende bereit, 26 Prozent dagegen).
  • Die größte Bereitschaft zur Organspende besteht – im Gegensatz zur Bereitschaft zur Blutspende – in Schweden (83 Prozent), Malta (77 Prozent), Finnland und Belgien (je 72 Prozent).

 

Die Umfrage im Web:

http://ec.europa.eu/health/eurobarometers/index_en.htm

 

Weitere EU-Informationen zu Blut, Gewebe und Organe:

http://ec.europa.eu/health/blood_tissues_organs/policy/index_en.htm

 

Weitere Informationen über den Weltblutspendetag: http://www.wbdd.org/

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