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Foto: ÖÄK 

ÖÄK-Vizepräsident, Artur Wechselberger

 
Gesundheitspolitik 31. Mai 2010

Ärztekammer zu SVA: Doppelstrategie & Verunsicherung

Wechselberger weist Attacken zurück – SVA muss soziale Verantwortung übernehmen – Ärztekammer erneuert Angebot

Die heute vom geschäftsführenden SVA-Obmann, Martin Gleitsmann, gegen die Ärzteschaft gerittenen Attacken werden von der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK) in einer ersten Reaktion vehement zurückgewiesen. Wie der erste ÖÄK-Vizepräsident, Artur Wechselberger, sagte, würde der aggressive Stil nicht dem Charakter der am Wochenende mit Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl geführten Verhandlungen entsprechen. Offensichtlich handle es sich dabei um eine Doppelstrategie, bei der Gleitsmann gleichsam als „Sprachrohr“ Leitls auftrete.

Es obliege der Gewerbeversicherung, sich um ihre Versicherten zu kümmern und ihre soziale Verantwortung wahr zu nehmen. Genauso wie die Ärzteschaft ihrer Verpflichtung gegenüber ihren Patientinnen und Patienten zu einer bestmöglichen Behandlung nachkomme, so Wechselberger.

Die SVA habe in den vergangenen Monaten hinsichtlich ihrer Verhandlungsposition „keinerlei Bewegung“ gezeigt. Sie habe ihren Standpunkt entgegen ihren eigenen Aussagen gebetsmühlenartig wiederholt. Wechselberger erneuerte indes das Angebot der Ärztekammer: „Wenn die SVA schon vier Prozent den direktverrechnenden Ärzten anbietet, dann sollte es doch möglich sein, dies auch, wie von der Ärztekammer gefordert, im Rahmen eines Gesamtvertrages für alle Vertragsärzte zu paktieren.“

Sollte die SVA auf dieses Angebot nicht einsteigen, so vermutet der ÖÄK-Vize dahinter die Absicht, das System zu sprengen. „Die Gewerbeversicherung baut Zugangshürden auf und schürt unbegründete Ängste bei ihren Versicherten. Dadurch verknappt sie das Angebot und erschwert Patientinnen und Patienten den Zugang zu medizinischer Versorgung.“ Das sei offensichtlich eine Strategie, die zu massiven Einsparungen und Leistungskürzungen führen solle.

Patientenanwalt Gerald Bachinger forderte Wechselberger dazu auf, „sich in der vertragsfreien Zeit massiv darum zu kümmern, dass Patientinnen und Patienten unbürokratisch und rasch die von ihnen ausgelegten Beträge für ärztliche Hilfe zurückerstattet bekommen“.

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