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Foto: Konstantin Binder, Wikipedia commons, GFDL
Freud Sofa, Freud Museum London Die berühmte Couch, auf die Sigmund Freud seine Patienten für die psychotherapeutische Behandlung legte. Fakt ist, dass heute zu viele Menschen keinen adäquaten Zugang zur Psychotherapie haben.
 
Gesundheitspolitik 8. Jänner 2009

Kommt die Psyche zu kurz?

Ob und wie der Zugang zur Psychotherapie erleichtert werden soll, ist immer noch umstritten.

Psychische Gesundheit soll den Status eines „nationalen Gesundheitsziels“ bekommen, das Angebot an Psychotherapie soll an den „Bedarf der PatientInnen“ angepasst werden – so ist es zumindest im Übereinkommen der frisch im Amt befindlichen Regierung festgehalten. 1992 war „Psychotherapie auf Krankenschein“ in Österreich als eine gesetzliche Pflichtleistung der Krankenkassen eingeführt worden. Jährlich sind in Österreich etwa 50.000 Menschen in psychotherapeutischer Behandlung – die Hälfte bezahlt sie privat und bekommt einen – 16 Jahre lang (seit 1992) gleich gebliebenen – maximalen Zuschuss von 21,80 Euro pro Behandlungsstunde. Verrechnet werden von Psychotherapeuten mindestens 70 Euro. Etwa ein Viertel aller Österreicher ist im Lauf eines Jahres von psychischen Symptomen betroffen. Besonders stark im Ansteigen sind Depressionen. Laut einer Studie aus dem Jahr 2007, die Daten aus 28 europäischen Ländern verglichen hat, verursachen psychische Krankheiten hierzulande 7,16 Milliarden Euro Kosten im Jahr. Ein Drittel davon wird durch Arbeitsausfälle verursacht, ein Fünftel durch stationäre Aufenthalte. Über den Zugang zur Psychotherapie wogen schon seit Jahren heftige Auseinandersetzungen. Schätzungen gehen davon aus, dass 800.000 Personen, also etwa zehn Prozent der Erkrankten in Österreich, einer integrierten psychosomatischen und psychotherapeutischen Versorgung bedürfen. Die Interessensvertretung der Psychotherapeuten sieht die neue Regierung als Chance, den Zugang zur Psychotherapie zu verbessern – und im Rahmen eines Gesamtvertrags für einheitlichere Richtlinien der Finanzierung zu sorgen, die in allen Bundesländern gelten.

 

Lesen Sie zum Thema folgende Standpunkte:

Mehr Menschen Zugang zur Psychotherapie ermöglichen

Integrierte Psychotherapie und Psychosomatik forcieren

Honorarforderungen nicht auf dem Rücken der Patienten austragen

 

Foto: Konstantin Binder, Wikipedia commons, GFDL

Freud Sofa, Freud Museum London
Die berühmte Couch, auf die Sigmund Freud seine Patienten für die psychotherapeutische Behandlung legte. Fakt ist, dass heute zu viele Menschen keinen adäquaten Zugang zur Psychotherapie haben.

Von Mag. Christian F. Freisleben-Teutscher , Ärzte Woche

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