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Foto: Privat
LAbg. Jakob Wolf Oberländer VP-Landtagsabgeordneter und Geschäftsführer des Tiroler Seniorenbundes
 
Gesundheitspolitik 11. Mai 2010

Einrichtung einer Professur für Akutgeriatrie absehbar.

Die demografische Entwicklung in Tirol zeigt deutlich, dass ca. 40 % der Bevölkerung im Jahre 2025 älter als 65 Jahre sein werden. Das erfordert eine konsequente Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung in Tirol im Sinne der Stärkung der Altersmedizin. Die vorhandenen Versorgungsangebote müssen dementsprechend angepasst werden. Im regionalen Gesundheits- und Strukturplan für das Bundesland wurden bereits erste Maßnahmen für alle Bezirkskrankenhäuser in dieser Richtung vonseiten der Landespolitik integriert. Ein Beispiel ist etwa, dass wir die Zahl der Geburtenbetten schrittweise reduzieren und dafür jene etwa in der Inneren Medizin bzw. überall dort, wo in den kommenden Jahren mehr Bedarf erforderlich sein wird, ausweiten.

Wir haben in Tirol eine sehr gute medizinische Fakultät einerseits. Gleichzeitig sind aber Forschungsdefizite im Bereich der Geriatrie und Gerontologie für mich sehr deutlich geworden. Die klassischen medizinischen Fächer sind so stark mit dem Alltagsgeschehen belastet, dass die wissenschaftliche Arbeit oft auf der Strecke bleibt und erst recht für ein Fach wie die Geriatrie, wo Spezialisten besonders fehlen.

Im Rahmen des Mai-Landtages werde ich deshalb einen Antrag auf Schaffung eines Lehrstuhles für Akutgeriatrie an der Medizinischen Universität Innsbruck einbringen. Fächer wie Geriatrie und Gerontologie müssen gestärkt sowie der Ausbau der Akutgeriatrie in allen vier Versorgungsregionen vorangetrieben werden. Die Vorteile für Patienten liegen klar auf der Hand: Sie erhalten ein auf ihre Bedürfnisse abgestimmtes medizinisches Angebot und auch alle anderen Ärzte können davon nur profitieren, wenn eine kompetente Ansprechstelle für Spezialfragen zur Verfügung steht. Ich betrachte die Chancen für die Einrichtung des Lehrstuhles als sehr groß und hoffe schon im Herbst auf eine Besetzung.

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