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Gesundheitspolitik 11. Mai 2010

Standpunkte: Additivfach Geriatrie gefordert

Ohne Geriatrie als Spezialfach der Medizin bleibt Österreich unter den europäischen Staaten Schlusslicht.

Österreich befindet sich im Wandel von einer demografisch jungen zu einer demografisch alten Gesellschaft. Nach den Prognosen des Statistischen Zentralamtes wird es bis zum Jahr 2035 zwischen 2,7 und 3 Millionen über 60-Jährige geben. Die Zahl der Hochbetagten über 85 Jahre wird sich im selben Zeitraum mehr als verdreifachen. Langlebigkeit und Hochaltrigkeit fordern die Medizin, denn der Wunsch geht deutlich in Richtung "gesund alt werden" und eine hohe Lebensqualität, die im Wesentlichen "Erhalt der Selbstständigkeit" heißt.

Ältere und hochbetagte Menschen stellen demnach besondere Anforderungen an das geriatrische Assessment, da aufgrund von Multimorbidität die Gefährdung der Autonomie durch somatische, psychische und soziale Probleme oft im Vordergrund steht und ein komplexes medizinisches Wissen erfordert. Dass die Pflege mit entsprechenden Einrichtungen darauf reagieren muss, ist schon lange ein Thema. Dass aber auch Ärzte mit einer Spezialisierung auf Geriatrie und Gerontologie zunehmend gefragt sein werden, sickert erst langsam in die Köpfe der Gesundheitspolitiker.

Aufhorchen lässt daher einmal mehr die Forderung des Vorstandes der Österreichischen Gesellschaft für Geriatrie und Gerontologie (ÖGGG) nach Einführung des Additiv-fachs für Geriatrie in Österreich. Hinsichtlich der Etablierung des Fachs zählt die Alpenrepublik zu den europäischen Schlusslichtern, denn lediglich Griechenland, Portugal, Slowenien, Bulgarien und Albanien sind so wie wir noch ohne Geriatrie als Spezialfach der Medizin.

 Heimerl  Pietschmann  Wolf

Unsere Standpunkte (von links nach rechts)

Standpunkt 1
"Interdisziplinäre Arbeit ist erforderlich."
Die Gesundheitspolitik ist gefordert, das vorhandene Wissen aufzunehmen und zu multiplizieren
Prof. Dr. Katharina Heimerl Palliative Care und OrganisationsEthik, IFF Wien, Alpen-Adria-Universität Klagenfurt
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Standpunkt 2
"Eine alternde Gesellschaft braucht „ihre“ Ärzte."
Widerstand kam aus den eigenen Reihen, wo eine Verschiebung des Patientenstroms befürchtet wurde.
Prof. Dr. Peter Pietschmann Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Geriatrie und Gerontologie
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Standpunkt 3
"Einrichtung einer Professur für Akutgeriatrie absehbar."
Wir müssen der Alterung unserer Gesellschaft Rechnung tragen und daher die Altersmedizin stärken!
LAbg. Jakob Wolf Oberländer VP-Landtagsabgeordneter und Geschäftsführer des Tiroler Seniorenbundes
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Von Mag. Renate Haiden, Ärzte Woche 19 /2010

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