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Foto: ÖAMTC
Prim. Prof. Dr. Harald Hertz ÖAMTC-Vizepräsident und ärztlicher Leiter des Lorenz Böhler Unfallkrankenhauses
 
Gesundheitspolitik 30. März 2010

Wir sind sehr an einer Weiterführung interessiert

Der ÖAMTC hat den Vertrag gekündigt, die Standorte werden ab 1.1.2011 nicht mehr betrieben, außer es ergibt sich eine Lösung oder die Finanzierung kann gesichert werden. Das Problem derzeit ist – wie vom ÖAMTC lange thematisiert –, dass ein Drittel der Einsätze nicht bezahlt werden. Das verursacht für den ÖAMTC eine Lücke von etwa fünf Millionen Euro pro Jahr, wenn man in Betracht zieht, dass die Standorte im Westen aufgrund der Sportunfälle, bei denen die Patienten selbst bezahlen müssen, positiver bilanzieren als jene im Osten. Der ÖAMTC wird sich bei einer Neuausschreibung sicherlich bewerben, aber realisierbar ist der Betrieb nur mit der Garantie der Kostendeckung. Wir möchten das Kapitel Flugrettung für uns keinesfalls abschließen. Wir haben eine Struktur mit 16 Standorten, über 50 Piloten, 400 Notärzten und 300 Sanitätern aufgebaut, dazu kommen Techniker und Infrastruktur und jede Menge Know-how, das wir sogar in andere Länder verkaufen. Das alles hat viel Geld gekostet, es einfach aufzugeben, wäre auch wirtschaftlich nicht sinnvoll. Für unsere Patienten sind wir sehr an einer Weiterführung interessiert, denn es gilt ein Grundbedürfnis zu sichern. Unser Credo war immer, den Patienten nicht mit Kosten zu belasten. Jetzt ist das Innenministerium am Zug. Entweder die Flugrettung wird neu ausgeschrieben und bundesweit einer Organisation, zum Beispiel dem ÖAMTC, übertragen, oder das Innenministerium kündigt die 15a-Verträge und die Länder verhandeln direkt mit den Flugrettern.

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