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Foto: Hauptverband
Dr. Josef Probst Generaldirektor-Stellvertreter, Hauptverband der Sozialversicherungsträger
 
Gesundheitspolitik 30. März 2010

Hoffnung auf eine österreichweite Lösung besteht noch

Österreich hat eine gute Flugrettungsversorgung, aber auch ein ernstes Versorgungsproblem. Zu einem gesundheitlichen Notfall kann für den Patienten noch das Problem einer hohen Rechnung für den Rettungshubschrauber kommen, wenn über die Leitstellen zum Teil Hubschrauber zu Einsätzen gerufen werden, die keine rechtliche Bindung zu öffentlichen Auftraggebern haben. Auf der Zahlungslast bleiben Patienten zum Teil sitzen. Das heißt, wir haben ein Versorgungsproblem trotz Überversorgung. Wir haben mit 39 privaten und von Bund und Ländern bereitgestellten Hubschraubern ein Überangebot, das fast 40 Millionen Euro pro Jahr kostet, und ein organisatorisch nicht gut aufgestelltes System. Wir hätten im Interesse der Patienten gerne eine österreichweite Lösung, die besser und billiger ist. Der Hauptverband hat ein geschlossenes Modell mit 16 Standorten vorgeschlagen. Nach der zugrunde liegenden Berechnung würden diese ausreichen, um jeden notwendigen Einsatzort mit einer Sicherheit von 99 Prozent binnen 15 Minuten zu erreichen. Hoffnung auf eine österreichweite Lösung besteht noch, doch viel Zeit vergeht ungenützt. Neben der Frau Bundesministerin und der Sozialversicherung sollten sich auch jene Länder engagieren, die die Logik einer gemeinsamen Lösung erkennen. Soweit ich das sehe, treten Wien, Oberösterreich und Tirol dafür ein. Da die Kompetenzlage das Rettungswesen eindeutig den Ländern zuweist, wird es hier in erster Linie auf deren Engagement ankommen, eine bundesweit ausgewogene und ökonomisch sinnvolle Versorgung sicherzustellen.

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