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Foto: ÖAMTC
Teams aus Flugrettungsarzt, Flugrettungssanitäter und Pilot im Einsatz: Rund 135.000 Mal rückte der Christophorus-Notarzthubschrauber bisher aus.
 
Gesundheitspolitik 31. März 2010

Wer rettet die Flugrettung?

Aus einer modernen Notfall-Versorgungsland- schaft ist ein Hubschrauber-Rettungsdienst nicht mehr wegzudenken. Nachdem der ÖAMTC den Vertrag als Flugretter mit Ende 2010 gekündigt hat, stellt sich nun die dringliche Frage, wie der Fortbestand aussehen könnte. Grundsätzlich liegt der Hubschrauber-Rettungsdienst in Österreich im Kompetenzbereich der Bundesländer. Um eine flächendeckende Notarztversorgung zu gewährleisten, wurden ab 1984 zwischen dem Bund und sieben Bundesländern Gliedstaatsverträge nach Art. 15a B-VG über einen gemeinsamen Hubschrauberrettungsdienst abgeschlossen. Niederösterreich und Burgenland gingen von Anfang an eigene Wege. Damals verfügte nur der Bund über geeignete Fluggeräte und Personal. Die Verträge bildeten die Grundlage für den Aufbau einer fliegenden Notarztversorgung. Im Zuge einer privatrechtlichen Vereinbarung wurde die Flugrettung im Jahr 2000 an den ÖAMTC übertragen, der das Flugrettungsnetz höchst erfolgreich betreute. Nachdem die Quote der nicht bezahlten Rettungseinsätze jedoch stetig stieg und sich daraus finanzielle Einbußen ergaben, kündigte der ÖAMTC Ende 2008 den Vertrag mit Wirksamkeit 31. Dezember 2010. Bisher wurden – vorerst ergebnislos – Gespräche zwischen Bund und Ländern geführt, Initiativen für eine bundesweite Lösung verliefen bis heute im Sand. Die Interessen der Bundesländer weichen in einigen Punkten maßgeblich voneinander ab. Ob eine bundesweite Lösung, eine Ausschreibung pro Bundesland oder doch eine späte Einigung mit dem ÖAMTC realisiert werden kann, ist derzeit mehr als ungewiss.

Dabei stellt sich auch die Frage, wie es mit der Flugrettung in Zukunft weitergehen wird.

Standpunkt 1
Keine Rückkehr zur Monopolisierung der Flugrettung
Dr. Mag. Maria Fekter, Bundesministerin für Inneres

Standpunkt 2
Hoffnung auf eine österreichweite Lösung besteht noch.
Dr. Josef Probst, Generaldirektor-Stellvertreter, Hauptverband der Sozialversicherungsträger

Standpunkt 3
Wir sind sehr an einer Weiterführung interessiert.
Prim. Prof. Dr. Harald Hertz, ÖAMTC-Vizepräsident und ärztlicher Leiter des Lorenz Böhler Unfallkrankenhauses

Von Mag. Birgit Weilguni, Ärzte Woche 13 /2010

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