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Gesundheitspolitik 23. März 2010

Standpunkte: Politik mit Herz

Medizinische Diskussionen sind häufig auch politische Auseinandersetzungen. Aktuell geht es um Herzkatheterplätze in Oberösterreich.

Seit zwei Jahren beschäftigt sich ein vom oberösterreichischen Landtag eingesetzter Unterausschuss mit der Verbesserung der Herzinfarktversorgung. Im Juni 2009 wurden schließlich drei Herzkatheterplätze (Vöcklabruck, Steyr und Ried) für Koronarangiographien beschlossen.

Eine gute Entscheidung, wollte man meinen, bis im Februar dieses Jahres erneut eine Diskussion losgetreten wurde. Die Anschaffungskosten würden bei einer Million Euro liegen, der laufende Betrieb würde das Budget nochmals mit bis zu drei Millionen Euro jährlich belasten. Deshalb forderte Gemeinde-Landesrat Josef Stockinger, sowohl die finanziellen als auch die fachlich-medizinischen Gründe nochmals zu überdenken. Seither gewinnt die Diskussion zunehmend an Heftigkeit. Zur Zeit wird hinterfragt, ob eine höhere Zahl an Herzkatheterlabors zu sinkenden Fallzahlen und zur Verschlechterung der Versorgungsqualität führt. Schließlich zeigt eine aktuelle Metaanalyse, dass CTs bessere Ergebnisse liefern. Andere bringen wiederum in die Diskussion ein, ob nicht organisatorische Veränderungen im Rettungswesen, wie der vermehrte Einsatz von Hubschraubern, vor dem Aufbau neuer Herzkatheterlabore kommen müssten.

Dabei stellt sich auch die Frage, wie viel politisches Kalkül hinter der Diskussion rund um die Herzkatheter steckt.

Standpunkt 1
Eine flächendeckende Nahversorgung ist finanziell unrealistisch.
Prof. Dr. Guy Friedrich, Österreichische Gesellschaft für Kardiologie

Standpunkt 2
Das Einzugsgebiet des Innviertels ermöglicht hohe Fallzahlen. 
Prim. Dr. Thomas Winter, Ärztlicher Leiter der Abteilung für Kardiologie des Krankenhauses der Barmherzigen Schwestern, Ried

Standpunkt 3
Aktuell geht es offensichtlich eher um politische Profilierungswünsche.
Prof. Dr. Othmar Pachinger, Leiter der Kardiologischen Abteilungder Universitätsklinik Innsbruck  

Von Mag. Christian F. Freisleben-Teutscher , Ärzte Woche 12 /2010

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