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Gesundheitspolitik 9. März 2010

Standpunkte: Wie viel Facharzt braucht ein Krebspatient?

Die Ausbildung zum Krebsfacharzt hat sich international bewährt und soll in Zukunft auch in Österreich verstärkt angeboten werden.

Anlässlich des Weltkrebstages ging die Österreichische Gesellschaft für Hämatologie & Onkologie (OeGHO) kürzlich mit ihrer „Initiative Krebsfacharzt“ an die Öffentlichkeit. Sie will das Konzept eines speziellen Facharztes auch in Österreich verstärkt in den Vordergrund rücken.

Die Standpunkte (von links nach rechts)

Dr. Lothar Fiedler, Facharzt für Innere Medizin in St. Pölten:
Krebsfacharzt ist Koordinator für Team von Spezialisten

Prim. Prof. Dr. Talin Gulesserian, Leiterin der Abteilung Kinder- und Jugendheilkunde, Wiener Krankenanstalt Rudolfstiftung
Wer interdisziplinär denken will, muss kein Facharzt sein

Prof. Dr. Günther Gastl, Universitätsklinik Innsbruck, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Hämatologie & Onkologie Krebsspezialist mit ganzheitlicher Sicht 
 

Rund 35.000 Menschen pro Jahr sind von der Diagnose „Krebs“ betroffen, etwa 19.000 Patienten sterben jährlich an einem Karzinom. Aufgrund des komplexen Krankheitsbildes sind die Patienten oft in der Situation, dass sie bei Diagnose, Therapie und Nachbehandlung von einem Spezialisten zum nächsten weitergereicht und dadurch zusätzlich verunsichert werden. Hier setzt das Konzept „Krebsfacharzt“ an. Er fungiert als erste Ansprech- und Begleitperson für den Patienten, seine Angehörigen und die niedergelassenen Ärzte. Außerdem koordiniert er die behandelnden Spezialisten wie etwa Chirurgen, Strahlentherapeuten, Radiologen oder Organfachärzte. Ziele und Aktivitäten der Initiative sind:

• Verbesserung der Patienteninformation
• Optimierung der Patientenbetreuung
• Förderung der interdisziplinären Zusammenarbeit
• Förderung der Forschung auf dem Gebiet der Hämatologie und Onkologie
• Unterstützung der Weiterbildung von Ärzten und Pflegepersonen.

Die Initiative findet aber nicht nur uneingeschränkte Befürworter, denn auch schon bisher setzten behandelnde Ärzte – hoffentlich im Sinne der Patienten – auf interdisziplinäres Wissen und fachübergreifende Zusammenarbeit.

Von Mag. Volkmar Weilguni und Mag. Renate Haiden, Ärzte Woche 10 /2010

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