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Gesundheitspolitik 4. Dezember 2008

Hohes Ministeramt

Alois Stöger übernimmt das österreichische Gesundheitsressort.

Er führte die Vorzeige-Krankenkasse in Oberösterreich. Nun tritt Diplomé Alois Stöger an, auch das heimische Gesundheitssystem auf der Grundlage des zwischen ÖVP und SPÖ ausgearbeiteten Regierungsprogramms auszubauen.

 

Der neue Gesundheitsminister Alois Stöger stand in den letzten drei Jahren der als besonders erfolgreich geltenden Oberösterreichischen Gebietskrankenkasse vor. Freilich wird es auch für Stöger nun nicht leicht, umso mehr, als der Bund im komplexen Gesundheitskompetenzdschungel nicht gerade viel zu sagen hat.

Das letzte Mal fiel der neue Gesundheitsminister bundesweit auf, als er sich aufmachte, die jüngste Gesundheitsreform zu Fall zu bringen. Gegen die Linie der Gewerkschaft setzte er sich mit den Ärzten zusammen, um das von ÖGB und Wirtschaftskammer erarbeitete Konzept zu Fall zu bringen. „Wir werden alles Menschenmögliche tun, um diese Reform noch zu verhindern. Da wird ein bewährtes System vorsätzlich zerstört“, wetterte Stöger im Frühjahr.

Aus der Reform wurde nichts

Nun kann der neue Chef des Gesundheitsressorts zeigen, wie es besser gemacht wird. Er selbst verfügte über ein wohl geordnetes Haus. Unter seinem fast legendären Vorgänger Helmut Oberchristl hatte sich die OÖGKK zu einer Paradekasse entwickelt, die entgegen dem Trend seit Jahren fast durchgehend schwarze Zahlen schreibt. Allerdings muss sie sich auch die Kritik gefallen lassen, bei der Vergabe von Kassenstellen äußerst restriktiv zu sein, was bei den Fachärzten dann schon einmal zu beachtlichen Wartezeiten führen kann.

Stöger ist ein klassischer Gewerkschafter. Geboren als Sohn eines Totengräbers in Allerheiligen, heuerte der heute 48-Jährige bei der Voest an, wo er eine Lehre als Werkzeugmacher und Dreher abschloss. Schon damals reizte ihn die Aufgabe des Arbeitnehmer-Vertreters. Er wurde zum Jugendvertrauensmann. Später war Stöger fast 20 Jahre lang Bezirkssekretär der Metallergewerkschaft in Linz. Er engagierte sich auch in der oberösterreichischen Unfallversicherung (AUVA) und in der Versicherungsanstalt des österreichischen Bergbaus.

Lebenslanges Lernen

Neben dem politischen Engagement tat der nunmehrige Gesundheitsminister auch einiges für seine Fortbildung. „Meine Laufbahn ist geprägt von Bildung“, sagt Stöger und kann dafür auch einige Belege vorweisen. Er hat nicht nur die Sozialakademie der Arbeiterkammer Wien, sondern auch die Europäische Sozialakademie und die Supervisionsausbildung des Bundesinstituts für Erwachsenenbildung mit Erfolg absolviert. An der MarBloch-Universität Straßburg schloss er das Fernstudium der „Sozialen Praxis“ ab. Den eher unbekannten Titel „Diplomé“ trägt er mit Stolz auf seinen Visitenkarten.

Privat gilt seine Leidenschaft dem Erklimmen von Bergen. Bleibt dafür keine Zeit, widmet sich Stöger dem Gesundheitssport Joggen.

 

APAmed/IS , Ärzte Woche

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