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Foto: Privat
Mag. Patricia Herzberger Redaktion
 
Gesundheitspolitik 15. Februar 2010

Editorial

Frauen in der Frauenheilkunde: Wo sind sie nur?

Kollege Teutscher ist diesmal ganz neidisch auf die Gynäkologen, wie er Der Arzt, der den Frauen vertraut darlegt. Einerseits wäre er gerne selber ein Arzt, der schon aufgrund seines Fachgebiets eine Vertrauensperson ist, andererseits sucht er als zeitweiliger Patient nach einer ähnlich einfühlsamen Betreuung.

Zumindest in Deutschland sind es übrigens mehr Frauen als Männer, die sich auf das Fach spezialisieren. Prof. Dr. Rolf Kreienberg, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe, glaubt zu wissen, was an dem Fach attraktiv ist: „Man kann operativ, internistisch oder allgemeinmedizinisch tätig sein, man kann sich auf die Grundlagenmedizin spezialisieren, dazu kommt die Geburtshilfe. Und man kann sowohl in der Praxis als auch in der Klinik arbeiten, in Vollzeit oder in Teilzeit. Die Rahmenbedingungen, seinen Beruf auszuüben, sind dabei viel breiter als beispielsweise in der Chirurgie.“ (Der Gynäkologe 9/2009).

Aber man fragt sich hierzulande, wo sie denn sind, die Ärztinnen, die gewährleisten, dass jede Patientin, wenn sie das möchte, auch zu einer Frau in die Sprechstunde gehen kann. Die Frage dreht sich natürlich um das liebe Geld. Zur Erinnerung: Der Umstand, dass es Bundesländer gibt, in denen es kaum Gynäkologinnen mit Kassenverträgen gibt, hatte für Aufruhr gesorgt. Gegen die Änderung der Reihungskriterien-Verordnung, nach der nun Frauen, die sich um einen Kassenvertrag bemühen, zehn Prozent der erreichten Punkte zusätzlich gutgeschrieben werden, hat die Ärztekammer für Kärnten Beschwerde eingelegt. „Die ins Treffen geführte Wahlfreiheit der Patientinnen“, schreibt Dr. Bernd Adlassnig, Kammeramtsdirektor der Ärztekammer Kärnten, in einem Leserbrief an die Tageszeitung Der Standard, „könnte auch anders verwirklicht werden. Man muss nur den Wahlarztkostenrückersatz erhöhen. Aber damit hat sich die Sozialversicherung bisher immer schwer getan.“ Es bleibt abzuwarten, wie viele Ärztinnen ihre Dienste in Zukunft für Patientinnen tatsächlich günstig anbieten können.

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