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Foto: Archiv
Dr. Otto Pjeta, Österreichische Ärztekammer
 
Gesundheitspolitik 2. Februar 2010

Bei Qualitätssicherung sollten Hausärzte eine wichtige Rolle spielen.

Die Ärzteschaft ist froh, dass die öffentliche Diskussion nach dem Ende der Pflegeamnestie beendet ist – hier gab es zunächst einige politische Schnellschüsse, die wieder repariert werden mussten. Die Personenbetreuer sind aus dem heimischen Gesundheits- und Sozialsystem nicht mehr wegzudenken. Grundsätzlich läuft die Betreuung durch diese sehr gut.

Für die Qualitätssicherung gäbe es allerdings noch Verbesserungsbedarf. Ein falscher Weg wäre hier, Pflegefachkräften zu viel an Kompetenzen zu geben – auch wenn die Kooperation zwischen Ärzten mit den Trägerorganisationen meist sehr gut läuft. Ein erster Schritt wäre, dass Personenbetreuer, wenn sie ihr Gewerbe anmelden, auch ihre Qualifikationen für dieses Tätigkeitsfeld vorlegen. Weiters könnten sie auf Ebene der Bezirkshauptmannschaften Bestätigungen des betreuenden Hausarztes vorlegen, dass sie die erforderlichen Tätigkeiten auch tatsächlich erbringen können. Dies sollte mit einer vier- bis sechswöchigen Probezeit verbunden sein.

Bei den Hausbesuchen kann dann der Hausarzt auch darauf achten, wie die Begleitung durch die Personenbetreuer läuft. Er sollte die Möglichkeit haben, Missstände oder massivere Probleme auf regionaler Ebene zu melden. Wenn große heimische Träger dahinter stehen, funktioniert dies im Normalfall jetzt schon gut.

Ein wichtiges Kriterium für Personenbetreuer ist sicher die ausreichende Sprachkenntnis. Von einer Hotline auf Slowakisch und Ungarisch halte ich wenig. Denn es gehört sicher nicht zu ihren Aufgaben, über die Art und Weise des Einsatzes von Medikamenten zu urteilen. Hier ist der Hausarzt gefragt, der ja auch bestimmte Tätigkeiten mit entsprechender grundlegender Anleitung delegieren kann.

Lesen Sie auch die Einführung ins Thema zu diesem Standpunkt: Pflege rund um die Uhr: eine Momentaufnahme

Lesen Sie zu diesem Thema auch diese Standpunkte:

Von Peter Kollmann, Obmann des Verbands der österreichischen selbstständigen Betreuer und Pfleger: Wie Erfahrungen weitergegeben werden können, ist ungelöst.

Von Mag. Walter Marschitz, Stv. Sprecher der Bundesarbeitsgemeinschaft Freie Wohlfahrt (Caritas, Diakonie, Hilfswerk, Rotes Kreuz, Volkshilfe) sowie Geschäftsführer des Hilfswerks Österreich: Das Modell der selbstständigen Personenbetreuer hat sich durchaus bewährt.

Von Mag. Christian F. Freisleben-Teutscher, Ärzte Woche 5 /2010

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