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Foto: Privat
Mag. Walter Marschitz, Stv. Sprecher der Bundesarbeitsgemeinschaft Freie Wohlfahrt (Caritas, Diakonie, Hilfswerk, Rotes Kreuz, Volkshilfe) sowie Geschäftsführer des Hilfswerks Österreich
 
Gesundheitspolitik 2. Februar 2010

Das Modell der selbstständigen Personenbetreuer hat sich durchaus bewährt.

Die Neuregelung nach der Pflegeamnestie ist für den Bereich der selbstständigen Personenbetreuer aufgegangen. Bei Trägern angestellte Betreuer gibt es eigentlich nicht – es konnte ja nicht einmal ein Kollektivvertrag verhandelt werden. Letztlich dürfte dies momentan unfinanzierbar sein, denn der übliche Turnus mit je 14 Tagen mit zwei Personen wäre hier nicht umsetzbar, außerdem bräuchte es eine weitere Person für Wochenenden.

Träger wie wir vom Hilfswerk vermitteln ebenso selbstständige Personenbetreuer und arbeiten dabei mit Institutionen in der Slowakei und Bulgarien zusammen, die die Auswahl vorbereiten. Es gibt ein Stück mehr an Qualitätssicherung, da wir die vermittelten Personen auch begleiten und bei Bedarf auch Unterstützung durch Fachpersonal organisieren.

Über die Hälfte der Personenbetreuer ist ohne den Hintergrund einer Agentur oder eines Trägers tätig – es braucht sicher Lösungen, wie Dokumentation und Qualitätssicherung hier langfristig umsetzbar sind.

Vorteil der momentanen Lösung ist – auch wenn sie in manchen Bereichen sicher ein Kompromiss ist –, dass jemand, der eine 24-Stunden-Betreuung in Anspruch nimmt, nun in einem legalen Bereich agiert und es für die Personenbetreuer ein Mindestmaß an sozialrechtlicher Absicherung gibt.

Veränderungsbedarf besteht in der zu geringen Informationstätigkeit der Behörden für Personenbetreuer, und die Idee eines Ausbildungspasses macht sicher Sinn. Weiters dauert es oft lange, bis die finanzielle Unterstützung für die 24-Stunden-Betreuung ins Rollen kommt.

Zu fordern sind zudem Lösungen für Menschen mit Pflegebedarf, die zwar keine 24-Stunden-Betreuung, aber etwa Heimhilfen benötigen, die auch immer wieder halbtage- oder tageweise anwesend sind. Hier fehlt ein entsprechendes Modell.

Lesen Sie auch die Einführung ins Thema zu diesem Standpunkt: Pflege rund um die Uhr: eine Momentaufnahme

Lesen Sie zu diesem Thema auch diese Standpunkte:

Von Peter Kollmann, Obmann des Verbands der österreichischen selbstständigen Betreuer und Pfleger: Wie Erfahrungen weitergegeben werden können, ist ungelöst.

Von Dr. Otto Pjeta, Österreichische Ärztekammer: Bei Qualitätssicherung sollten Hausärzte eine wichtige Rolle spielen.

Von Mag. Christian F. Freisleben-Teutscher, Ärzte Woche 5 /2010

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