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Personenbetreuer: An der Qualitätssicherung muss noch gearbeitet werden.
 
Gesundheitspolitik 2. Februar 2010

Standpunkte: "Geregelte Pflege" rund um die Uhr

Fast genau zwei Jahre ist es nun her, seit nach langen Diskussionen Regelungen für die 24-Stunden-Betreuung geschaffen wurden. Seither wurden 22.000 Gewerbescheine für Personenbetreuer ausgestellt, allein 2009 waren es 6.000 neue Anmeldungen. Allerdings dürften viele Gewerbescheine wieder ruhend gestellt worden sein – die Fluktuation in diesem Bereich ist sehr hoch. Gleichzeitig haben nun viele Menschen aus den ehemaligen Ostblockländern eine besser abgesicherte Arbeitsmöglichkeit: Jeweils 14 Tage lang ist es auch möglich, im Haus des zu Betreuenden zu leben, so fallen keine Kosten für Wohnen und Essen an. Der Lebensrhythmus als Wochenpendler ist für viele zum Alltag geworden.

Ausschließlich handelt es sich dabei um selbstständige Personenbetreuer, die Idee der Anstellung bei großen Trägern wurde nicht umgesetzt.

Die Arbeiterkammer fordert aktuell eine gerechtere Entlohnung für die Personenbetreuer. Weiters wichtig wären eine fachliche Begleitung durch Pflegefachkräfte sowie eine Medikamenten-Hotline für 24-Stunden-Kräfte in Slowakisch und Ungarisch. Sonst bestünde die Gefahr unsachgemäßer Lagerung und Handhabung von Medikamenten, auch, weil jedes Generikum wieder anders verpackt ist und eine andere Bezeichnung trägt. Die Kosten für höhere Gehälter und die Pflegeaufsicht sollen durch die lange angekündigte, aber nach wie vor nicht umgesetzte Einrichtung eines Pflegefonds erstattet werden. Die Frage ist, ob dies der einzige Ansatz ist, um die Qualität der Tätigkeit der Personenbetreuer sicherzustellen.

Lesen Sie zu diesem Thema diese Standpunkte:

Von Peter Kollmann, Obmann des Verbands der österreichischen selbstständigen Betreuer und Pfleger: Wie Erfahrungen weitergegeben werden können, ist ungelöst.

Von Dr. Otto Pjeta, Österreichische Ärztekammer: Bei Qualitätssicherung sollten Hausärzte eine wichtige Rolle spielen.

Von Mag. Walter Marschitz, Stv. Sprecher der Bundesarbeitsgemeinschaft Freie Wohlfahrt (Caritas, Diakonie, Hilfswerk, Rotes Kreuz, Volkshilfe) sowie Geschäftsführer des Hilfswerks Österreich: Das Modell der selbstständigen Personenbetreuer hat sich durchaus bewährt.

Von Mag. Christian F. Freisleben-Teutscher, Ärzte Woche 5 /2010

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