zur Navigation zum Inhalt
 
Gesundheitspolitik 26. November 2008

Meinung – Ranking der Gesundheitssysteme

Die Ergebnisse von Rankings haben eine große mediale Beliebtheit. Und solange die Ergebnisse gut sind, hält sich auch die Kritik an „Detailproblemen“ im Gesundheitswesen in Grenzen.

Im Vorjahr gab es kaum eine Pressekonferenz der Ärzteschaft rund um die Diskussionen zur „Gesundheitsreform“, bei der nicht der European Health Consumer Index zitiert sowie auf den Spitzenplatz Österreichs verwiesen wurde. Das heimische Gesundheitssystem könne sich nicht nur mit jenen anderer europäischer Staaten messen, vielmehr sei es quasi ein Vorzeigemodell oder sogar ein Schrittmacher.

Keine Frage: Vieles in Österreich lässt sich in die Kategorie „europäische Spitzenmedizin“ einordnen. Aber wie sieht es etwa mit Lücken in der Versorgung mit Bereitschaftsdiensten aus? Oder mit teils wochenlangen Wartezeiten auf Facharzttermine, mit überlaufenen Ambulanzen, Defiziten bei der Hauskrankenpflege oder mobilen Physio- und Ergotherapie sowie der Logopädie? Und wie sieht es mit dem Zugang zu Psychotherapie, Kinder- und Jugendpsychiatrie und dem Status der sozialpsychiatrischen Grundversorgung aus? Sind stetig weiter steigende Zahlen bei den Lebensstilerkrankungen und deren Folgen wirklich ein Erfolg? Oder das Schicksal vieler Menschen mit „seltenen chronischen Krankheiten“, die mitunter durch alle Versorgungs- und sozialen Netze fallen?

Jammere ich nun unser Gesundheitssystem krank? Wie gesagt – manches in der Alpenrepublik hat sicher Vorzeigecharakter. Und ich bin froh, mich auf ein relativ gutes Versorgungsnetz verlassen zu können. Aber in vielen Bereichen gibt es noch dringenden Handlungsbedarf. Nicht nur bei verstärkt nötigen Maßnahmen zur Prävention von Diabetes und der Vermeidung von Folgeschäden.

Christian F. Freisleben-Teutscher, Ärzte Woche

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben