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Foto: Privat
Dr. Alfred Kapper, Präsident des Österreichischen Ärzte-Seniorenverbands
 
Gesundheitspolitik 27. Jänner 2010

Diese Neuregelung geht ins Leere …

Arzt bleibt man ein Leben lang – die ASVG-Neuregelung ist kein glücklicher Schritt. In spätestens zehn Jahren werden alle – ähnlich wie in Deutschland – froh sein, wenn es überhaupt Mediziner gibt, die bereit sind, über das 70. Lebensjahr hinaus im Kassenbereich tätig zu sein. Bereits jetzt können viele Stellen im Spital nicht mit heimischen Medizinern nachbesetzt werden. Das Gleiche gilt für den Sanitätsbereich und für Kassenvertragsstellen in ländlichen Regionen. Die jetzige Regelung wird also schnell überholt sein.

Eigentlich gibt es ein Selbstregulativ: In Österreich bekommt ein Arzt erst eine Pension, wenn er die Kassen oder das Anstellungsverhältnis zurücklegt. Das geschieht oft mit dem 65. Lebensjahr, wobei viele Ärzte schon mit Beginn des „Sechzigers“ in Pension gehen, trotz des oft bestehenden Malus beim Wohlfahrtsfonds. Zudem gibt es „Vorgriffsstellen“, das sind Stellen mit Kassenvertrag, die ab dem 65. Lebensjahr des Inhabers vergeben werden können. Wir haben größtes Verständnis für die Anliegen junger Mediziner. Nötig ist, dass erstens möglichst schnell Ärzte andere Ärzte anstellen können und zweitens Modelle wie das „Time-Sharing“ und die „Nachfolgepraxis“ viel stärker propagiert und gefördert werden. Dass junge Ärzte Arbeitsmöglichkeiten suchen, lässt sich aber nicht wirklich mit der neuen Altersgrenze lösen, dazu ist das Klientel viel zu klein.

Wir setzen uns als Seniorenverband auch dafür ein, dass Ärzte im Ruhestand über Änderungen bei den Pensionen nicht nur aus den Tageszeitungen erfahren. Wir wollen hier mitgestalten und mitbestimmen. In Oberösterreich haben wir in der Vollversammlung und im Verwaltungsausschuss Sitz-, Antrags- und Stimmrecht, anderswo nur Beobachterstatus oder sind durch „Good-will“-Aktionen in die Satzungen eingebunden.

Lesen Sie auch die Einführung ins Thema zu diesem Standpunkt: Ordinieren hat nun ein Ablaufdatum

Lesen Sie zu diesem Thema auch diese Standpunkte:

Von Dr. Julia Baumgartner, Sprecherin der "Jungen Allgemeinmedizin Österreich" (JAMÖ): Wie Erfahrungen weitergegeben werden können, ist ungelöst.

Von Dr. Karlheinz Kux, Kammeramtsdirektor der Österreichischen Ärztekammer: Alterslimits sind ein erster Schritt.

Von Mag. Christian F. Freisleben-Teutscher, Ärzte Woche 4 /2010

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