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Foto: ÖÄK/Zeitler
Dr. Karlheinz Kux, Kammeramtsdirektor der Österreichischen Ärztekammer
 
Gesundheitspolitik 27. Jänner 2010

Alterslimits sind ein erster Schritt.

Das neue Alterslimit gilt für alle niedergelassenen Mediziner, die seit 1. Jänner 2010 in Vertrag genommen werden. Das ist ein guter Schritt, auch weil es darum geht, dass junge Kollegen in die niedergelassene Praxis einsteigen können.

Vom Gesetzgeber wurde allerdings festgelegt, dass, wenn es für die bereits tätigen Ärzte zu keiner einvernehmlichen Vereinbarung kommt, das Alterslimit automatisch ab Jahresende gilt. Das ist verfassungsrechtlich bedenklich, weil es akkordierte Übergangslösungen braucht.

Das Alterslimit mit 70 Jahren unterscheidet sich deshalb von anderen Berufen, weil die Zeit bis zum Berufseinstieg bei Ärzten wesentlicher länger ist. Diese müssen ja zunächst auf einen Turnusplatz warten, später auf Ausbildungs- oder Kassenstellen. Und es geht auch um die Zahl der für den Wohlfahrtsfonds versicherungsrelevanten Jahre.

Es ist keine Frage, dass junge Ärzte bei ihrem Berufseinstieg möglichst optimal gefördert werden sollen und dass hier noch Handlungsbedarf besteht. Ein wichtiger Punkt, der möglichst schnell in Bezug auf eine Veränderung der Rahmenbedingungen umgesetzt werden sollte, ist, die Zusammenarbeit von Ärzten besser zu ermöglichen. Es gibt nicht nur in ländlichen Randregionen, sondern inzwischen auch in Bezirkshauptstädten Probleme, Nachfolger für Kassenstellen zu finden. Ärzte werden im Team ausgebildet – wobei ein ganz wichtiges Element die Kooperation verschiedener Altersgruppen ist – und wünschen sich immer stärker, auch im Team arbeiten zu können. Es braucht also die Möglichkeit, dass Ärzte Mediziner anstellen können, die Ärzte GesmbH sowie viel stärkere Anreize für die Bildung von Gruppenpraxen.

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Lesen Sie zu diesem Thema auch diese Standpunkte:

Von Dr. Julia Baumgartner, Sprecherin der "Jungen Allgemeinmedizin Österreich" (JAMÖ): Wie Erfahrungen weitergegeben werden können, ist ungelöst.

Von Dr. Alfred Kapper, Präsident des Österreichischen Ärzte-Seniorenverbands: Diese Neuregelung geht ins Leere ....

Von Mag. Christian F. Freisleben-Teutscher, Ärzte Woche 4 /2010

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