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Foto: PhotoDisc/Ärzte-Woche-Montage
Menschen mit chronischen Krankheiten sowie alleinstehende ältere Menschen sind besonders offen für das Thema Patientenverfügung.
 
Gesundheitspolitik 20. Jänner 2010

Patientenverfügung: Nur vier Prozent nach drei Jahren

Trotz gesetzlicher Regelung gibt es nach wie vor einige Unsicherheiten.

Nur etwa vier Prozent der Bevölkerung hat eine Patientenverfügung. Zu diesem Ergebnis kommt eine vom Gesundheitsministerium in Auftrag gegebenen aktuellen Studie des Instituts für Ethik und Recht in der Medizin der Universität Wien haben . Etwa ein Drittel davon ist "verbindlich" – der Patient hat also eine Beratung durch einen Arzt sowie durch einen Juristen in Anspruch genommen und muss die Verfügung alle fünf Jahre aktualisieren.

Wobei die Studie letztlich von Schätzungen ausgeht, denn nicht einmal über die Zahl verbindlicher Patientenverfügungen gibt es eindeutige Daten:Basis ist zwar Register bei der Notariatskammer sowie bei Rechtsanwälten – darauf haben aber nicht alle Spitäler und schon gar nicht niedergelassene Ärzte Zugriff.

In vielen Akutsituationen im Spital geht es darum, den mutmaßlichen Patientenwillen zu erahnen – eine frühere Auseinandersetzung mit Situationen, in denen es um die Frage geht, welche medizinischen und pflegerischen Maßnahmen erwünscht sind, würde die (Be)Handelnden entlasten. Gefordert wird mehr Aufklärungsarbeit zum Instrument der Patientenverfügung und auch zu den Möglichkeiten der Vorsorgevollmacht.

Lesen Sie zu diesem Thema diese Standpunkte:

Von Prof. Dr. Gerald Bachinger, Sprecher der Patientenanwälte: „Mehr Informationsarbeit zur Patientenverfügung wäre wichtig. Der Hausarzt spielt hier eine wichtige Rolle.

Von Prof. Dr. Ulrich H. J. Körtner, Leiter des Instituts für Ethik und Recht in der Medizin: „Die geringe Zahl an Patientenverfügungen lässt nicht automatisch auf mangelnde Akzeptanz in der Bevölkerung schließen.

Von Dr. Michael Peitinger, Leiter des Referats für „Ethik und Palliativmedizin“ der Ärztekammer Wien: „Eine Patientenverfügung ist kein Misstrauensantrag gegen den Arzt.

Von Mag. Christian F. Freisleben-Teutscher, Ärzte Woche 3 /2010

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