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Foto: Privat
Manuela Messmer-Wullen Obfrau der Schlaganfall-Hilfe Österreich (Dachverband der Selbsthilfegruppen in diesem Feld)
 
Gesundheitspolitik 13. Jänner 2010

Die Versorgung sieht in den Regionen sehr unterschiedlich aus.

Es bestehen auch bei der Frührehabilitation Lücken, denn in den Krankenhäusern gibt es zu wenige Stellen für Logopäden, Physio- und Ergotherapeuten. Die ersten Wochen nach einem Schlaganfall sind besonders entscheidend: Ein sehr wichtiges Ziel der Rehabilitation insgesamt ist, dass dem Betroffenen wieder ein möglichst selbständiges Leben ermöglicht wird. Dies muss auch im Sinne der Gesundheits- und Sozialpolitik sein – denn ein starker Bedarf an Unterstützung von außen verursacht über lange Jahre hohe Kosten.

Ein Problem ist auch, dass es vom Lebensort abhängt, wer welche Form sowie Intensität von Unterstützung und Betreuung nach einem Schlaganfall bekommt. Auch die Qualität der Rehazentren ist sehr unterschiedlich und abhängig vom Engagement der vor Ort Tätigen – es bräuchte hier Mindeststandards, die für alle verbindlich sind.

In Österreich wären mindestens 50 multidisziplinäre Zentren für die Versorgung von Menschen mit einem Schlaganfall nötig, deren Zahl stark im Steigen begriffen ist. Diese Zentren können Teil von Spitälern oder von Strukturen im extramuralen Bereich sein. Ein wichtiger Teil der Betreuung müsste ebenso eine psychologische Unterstützung sein, denn ein Schlaganfall bedeutet meist ein schweres Trauma, welches das ganze Leben verändert. Diese hat momentan leider Seltenheitswert.

Auch die mobile Rehabilitation könnte in Kombination mit anderen Maßnahmen an Bedeutung gewinnen und wäre oft wohl auch von den Kosten her sinnvoller, allerdings müssten dafür die Selbstbehalte massiv gesenkt werden. Kaum jemand kann sich langfristig eine Therapie leisten, die etwa 80 Euro in der Stunde kostet, von denen 20 Euro refundiert werden.

Lesen Sie auch die Einführung ins Thema zu diesem Standpunkt: Schlaganfall-Patienten werden nicht optimal versorgt

Lesen Sie zu diesem Thema diese Standpunkte:

Von Prof. Dr. Wilfried Lang, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Schlaganfall-Forschung: „Ziel wäre eine individuell abgestimmte Versorgung.

Von Prof. Dr. Heinrich Binder, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Neurorehabilitation: „Suboptimale Versorgung von Insultpatienten verursacht hohe Kosten.

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