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Foto: Privat
Prof. Dr. Wilfried Lang Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Schlaganfall-Forschung
 
Gesundheitspolitik 13. Jänner 2010

Ziel wäre eine individuell abgestimmte Versorgung.

Grundsätzlich ist die Schlaganfallversorgung in Österreich auch im internationalen Vergleich sehr gut. In vielen Fällen starten erste rehabilitative Maßnahmen schon im Spital. In der Regel wird dort zudem für einen nahtlosen Übergang zu weiteren Rehabilitationsleistungen gesorgt.

Ein Problem im gegenwärtigen System ist allerdings, dass nach dem Spitalsaufenthalt stationäre Rehabilitationseinrichtungen für die Betreuung von leichten Fällen dieselben Tarifsätze bekommen wie für schwere. Daher kommt es bei Letzteren zu einer gewissen Kontingentierung und damit zu eigentlich vermeidbaren Wartezeiten. Das Ziel wäre letztlich eine integrierte Schlaganfallversorgung. So gibt es ja etwa das entsprechende Reformpoolprojekt in Oberösterreich – hier liegen zumindest Konzepte vor und alle maßgeblichen Player sitzen an einem Verhandlungstisch.

Rehabilitation wird leider aus unterschiedlichen Töpfen finanziert – für die Zeit im Spital und im ambulanten Bereich kommen die Sozialversicherungsträger (über die Länderfonds) auf, für die Rehazentren sind es die PVA, BVA oder SVA. Sobald also jemand aus dem Spital kommt, erfolgt ein Kostenträgerwechsel. Das Spital hätte eigentlich die Aufgabe, für eine optimale Versorgung zu sorgen, die auf die individuelle Situation abgestimmt ist, denn dies entspricht dem State-of-the-Art. Aber in einem System, wo es für ambulante Rehabilitation oft Selbstbehalte gibt, die dann für viele nicht finanzierbar sind, wird dies sehr schwierig. Und keiner der Systempartner kann das Problem der verschiedenen Töpfe alleine lösen, es braucht Veränderungen auf Ebene des Hauptverbandes, die neuen Formen der Zusammenarbeit auch in finanzieller Hinsicht den Weg bereiten.

Lesen Sie auch die Einführung ins Thema zu diesem Standpunkt: Schlaganfall-Patienten werden nicht optimal versorgt

Lesen Sie zu diesem Thema diese Standpunkte:

Von Prof. Dr. Heinrich Binder, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Neurorehabilitation: „Suboptimale Versorgung von Insultpatienten verursacht hohe Kosten.

Von Manuela Messmer-Wullen, Obfrau der Schlaganfall-Hilfe Österreich: „Die Versorgung sieht in den Regionen sehr unterschiedlich aus.

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