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Foto: Privat
Dr. Klaus Schmitt Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde
 
Gesundheitspolitik 7. Jänner 2010

Jedes gerettete Kind rechtfertigt das Angebot.

Die Angebote der Babyklappe und der anonymen Geburt können nur in wenigen Fällen verhindern, dass Mütter in psychischen Ausnahmezuständen ein Kind weglegen oder töten. Allerdings: Jedes Kind, das mit diesem letztlich sehr einfach zu etablierenden Angebot gerettet wird, ist ein Erfolg, für den sich der Aufwand lohnt.

Sicher wünschenswert wäre eine stärkere Vernetzung von Spitälern, die einschlägige Erfahrungen haben. Eine Forschung in diesem Bereich wird aber auf einige Schwierigkeiten stoßen: Denn wie sollen Motive von Frauen oder Vätern erforscht werden, die möglichst alles tun, um anonym zu bleiben und möglichst wenig von sich oder ihren Beweggründen preiszugeben? Es ist keine Frage, dass es gute Beratungsangebote für werdende Eltern braucht und Investitionen in diesem Feld viel bringen.

Ich glaube nicht, dass Informationsarbeit zu Babyklappe und anonymer Geburt eine Nachfrage erzeugt, die es sonst nicht geben würde. Im Gegenteil: Es gibt viele, die darüber noch nichts wissen. Abzulehnen ist, dass Kinder, die unter diesen Umständen geboren werden, mit großem Tamtam den Medien präsentiert werden, die dann teils eine Hatz auf die Mutter starten. Das widerspricht dem Grundgedanken dieser Maßnahme.

Lesen Sie auch die Einführung ins Thema zu diesem Standpunkt: Diskussion um Babyklappe und anonyme Geburt

Lesen Sie zu diesem Thema diese Standpunkte:

Von Mag. Sylvia Groth, Frauengesundheitszentrum, Graz: „Babyklappe und anonyme Geburt sind keine sinnvollen Angebote.

Von Mag. Karin Scheele, Gesundheits- und Jugendwohlfahrtslandesrätin in Niederösterreich: „Chance auf einen gefahrlosen Eintritt ins Leben.

Von Prof. Dr. Martin Langer, Oberarzt der Abteilung für Geburtshilfe und Fetomaternale Medizin, AKH Wien: „Unterstützung Schwangerer ist wichtig.

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