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Gesundheitspolitik 7. Jänner 2010

10 Jahre Babyklappe - das umstrittene Konzept

Babyklappe und anonyme Geburt, so der Deutsche Ethikrat, würden keine Kindesaussetzungen oder -tötungen verhindern, sondern Frauen auf die Idee bringen, ihr Kind abzugeben. Dazu käme das Recht des Kindes auf Wissen über seine Herkunft. Inzwischen ist eine heftige Kontroverse in Deutschland ausgebrochen, da verschiedene Politiker aus allen Lagern am Konzept von Babyklappe und anonymer Geburt festhalten wollen.

In Österreich wird nun ebenso intensiv über das Thema diskutiert. Bislang gelangte es nur dann in den Schlagzeilen, wenn ein „Findelkind“ aufgetaucht war oder wenn von Medien intensiv nach der Mutter gefahndet wurde.

Der Deutsche Ethikrat bestehend aus Naturwissenschaftern, Medizinern, Theologen, Philosophen, Ethikern, Sozialarbeitern, Ökonomen und Juristen gab nun erstmals eine Stellungnahme ab und empfiehlt der ihrer Bundesregierung, alle Angebote für die anonyme Kindesabgabe oder Geburt aufzugeben.

Stattdessen sollten die Hilfsangebote der Kinder- und Jugendhilfe sowie für Schwangere und Mütter in Not- und Konfliktsituationen von staatlichen und privaten Trägern stärker publik gemacht werden. Deren Angebote sollten so ausgeweitet werden, dass eine Hilfestellung rund um die Uhr gewährleistet ist. Weiters solle durch Gesetzesänderungen die Möglichkeit einer "vertraulichen Kindesabgabe mit vorübergehend anonymer Meldung" geschaffen werden.

Was meinen Österreichische Experten? Hier unsere Standpunkte zu diesem Thema:

Von Mag. Sylvia Groth, Frauengesundheitszentrum, Graz: „Babyklappe und anonyme Geburt sind keine sinnvollen Angebote.

Von Dr. Klaus Schmitt, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde: „Jedes gerettete Kind rechtfertigt das Angebot.

Von Mag. Karin Scheele, Gesundheits- und Jugendwohlfahrtslandesrätin in Niederösterreich: „Chance auf einen gefahrlosen Eintritt ins Leben.

Von Mag. Christian F. Freisleben-Teutscher , Ärzte Woche 1 /2010

  • Herr Prof Kurt Alois Ebeleseder, 15.01.2010 um 08:31:

    „Der Kommentar der Frau Mag. Grohs strotzt nur so von Widersprüchen. Einerseits würde die Klappe eh nicht genützt, andererseits verleite sie zu Missbrauch (der aber offensichtlich dann doch nicht stattfindet). Wenn sie sagt, dass stattdessen die Aufklärung und Beratung intensiviert werden soll, vergleicht sie vor allem finanziell Äpfel mit Birnen: was kostet eine Klappe, was kostet ein von ihr gefordertes, flächendeckendes Programm? Außerdem bleibt sie uns den Beweis schuldig, dass jene Frauen, welche in den letzte Jahren Kindstötungen durchgeführt haben, über die Klappe bescheid wussten. Speziell Migrantinnen haben davon sicher oft keine Ahnung. Nicht Parteiprogramme zitieren, selber denken, Frau Magistra!“

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