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Gesundheitspolitik 9. Dezember 2009

Wichtig wäre Aufwertung der Hebamme.

Durch die wachsenden Optionen der Pränataluntersuchung ist der Druck auf werdende Eltern gestiegen – hier hat sich in den letzten zehn Jahren viel getan. Bestimmte Untersuchungen scheinen sein zu „müssen“ und der Begriff der Behinderung ist weiter geworden. Auch Schwangerschaft und Geburt unterliegen stärker vermeintlichen oder tatsächlichen gesellschaftlichen Erwartungen. Das war mit ein Grund für die Entwicklung des Projekts zur Förderung der psychischen Gesundheit schwangerer Frauen des Salzburger „Kuratoriums psychische Gesundheit“. Dabei arbeiten Ärztekammer, Gynäkologen und Hebammen zusammen. Ein Teil ist ein Fragebogen, den Mütter ausfüllen und sich dabei auch in einfacher Form mit dem Thema psychische Verfassung beschäftigen. Inhalt dieser Bögen sind auch verschiedene Anlaufstellen zum Thema – das trägt zu einer bewussten Auseinandersetzung bei. Vor allem abseits großer Zentren gibt es zu wenige Anlaufstellen für überforderte Mütter, etwa jenen mit „Schreibabys“ oder solchen mit massiveren psychischen Problemen. In diesen sowie generell sollte es eine stärker multiprofessionelle Herangehensweise geben, bei der Ärzte, Hebammen, Psychologen, Stillberater, Sozialarbeiter usw. zusammenarbeiten. Ein Beitrag zur Unterstützung junger Eltern sowie zur Früherkennung möglicher Überlastungssituationen wäre die Aufwertung der Rolle der Hebamme: Diese kann als Beraterin vor und während der Schwangerschaft fungieren, Mütter durch die Geburt begleiten und danach diese zu Hause aufsuchen. Dies ist nur bei ambulanten Geburten möglich – hier ist die Gesundheitspolitik gefragt, mehr an Begleitung zu ermöglichen, die sicher viele Probleme rechtzeitiger erkenn- und damit betreubar macht. nAngelika Sams leitende Hebamme am St. Johanns Spital der SALK „Mit aktivierenden Befragungen können Eltern auf das Thema psychischer Belastungen aufmerksam gemacht werden.“

Lesen Sie auch die Einführung ins Thema zu diesem Standpunkt: Hilfe für überforderte Eltern

Lesen Sie zu diesem Thema diese Standpunkte:

Von Dr. Katharina Kruppa, Fachärztin für Kinderheilkunde und Psychotherapeutin an der Baby Care Ambulanz im Wiener Preyerschen Kinderspital: „Es gibt zu wenige Anlaufstellen für überlastete Eltern.

Von Dr. Claudia Reiner-Lawugger, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapeutin, Leiterin der Spezialambulanz für Perinatale Psychiatrie des Otto-Wagner-Spitals Wien: „Das Thema Überforderung wird oft bagatellisiert.

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