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Foto: intmedcom
Dr. Bernhard Schwarz Leiter des Karl-Landsteiner- Instituts für Ökonomie
 
Gesundheitspolitik 24. November 2009

Bessere Planung der Angebote der Spitäler ist nötig.

Zunächst ist zu sagen: Ein Teil dieses starken Anstiegs geht vermutlich auf das Konto von baulichen Maßnahmen im Spitalsbereich. Nach wie vor wird weniger nach medizinischen Notwendigkeiten neu- oder ausgebaut, sondern es geht eher darum, regional zu investieren bzw. Regionen zu fördern. So kommt es auch dazu, dass es sowohl innerhalb der Bundesländer also auch entlang deren Grenzen sehr ähnlich ausgestattete Häuser gibt. Das Angebotsspektrum geht dadurch qualitativ und quantitativ an den Erfordernissen vorbei. Das ist aus medizinischer Sicht ein falscher Weg: Denn jeder planbare Eingriff – vor allem im operativen und invasiv konservativen Bereich – könnte eigentlich in zentraleren Strukturen erfolgen, die auch entsprechend ausgestattet sind und wo wirkliche Spezialisten mit der nötigen Erfahrung zu finden sind.

Einfach zu sagen, die Lösung ist, Spitalsbetten zu streichen und Abteilungen zu schließen, ist kurzsichtig. Es braucht dazu einen Ausbau von Strukturen im ambulanten Bereich, die den entstehenden Bedarf abfangen. Gefragt sind hier sicher Ärztezentren, gerade wenn es um die fachärztliche Versorgung geht.

Die Umsetzung des Krankenanstaltengesetzes wird zu weiteren Kostensteigerungen und/oder Leistungseinschränkungen führen. Primarärzte klagen jetzt schon, dass sie Ambulanzen nicht im gewohnten Ausmaß offen halten können, weil es keine zusätzlichen Dienstposten gibt, Ärzte aber nicht mehr so viele Dienste machen sollen. In den einzelnen Spitälern erfolgt die Umsetzung der neuen Regelungen sehr unterschiedlich, auch das ist in Hinsicht auf die Kosten ein negativer Trend.

Gerade auf dem Gebiet der Pflege könnten viel mehr Leistungen extramural erfolgen und würden viele krisensichere Arbeitsplätze schaffen. Nur akute mit Pflegebetten auszutauschen, widerspricht also einem langfristigen Denken.

Lesen Sie auch die Einführung ins Thema zu diesem Standpunkt: Der unaufhaltsame Anstieg der Spitalskosten

Lesen Sie zu diesem Thema diese Standpunkte:

Von Dr. Harald Mayer, Obmann der Bundeskurie Angestellte Ärzte: „Finanzierung ambulanter Leistungen aus einem Topf würde Spitäler entlasten.

Von Dr. Thomas Czypionka, Gesundheitsökonom am Institut für Höhere Studien (IHS) in Wien: „Anstieg der Spitalskosten muss differenziert betrachtet werden.

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