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Foto: pixelio.de / Gisela Peter
Binnen eines Jahrzehnts sind die Spitalskosten um ein Drittel gestiegen.
 
Gesundheitspolitik 24. November 2009

Der unaufhaltsame Anstieg der Spitalskosten

… oder gibt es doch noch Handlungsoptionen für die österreichische Gesundheitspolitik?

1998 wurden für die Spitäler 6,6 Milliarden Euro ausgegeben, im letzten Jahr waren es 10,4 Milliarden – Tendenz weiter steigend. Nur noch etwas über 43 Prozent der Spitalskosten werden von der Sozialversicherung gedeckt. Daher müssen die Länder immer tiefer in an sich ohnehin schon leere Taschen greifen. Durch die höhere Arbeitslosigkeit werden die Beiträge heuer weiter einbrechen und damit diesen Trend noch verschärfen.

Die Überschrift „steigende Spitalskosten“ war schon in der Berichterstattung vor fünf Jahren zu finden, damals wurde erstmals die Grenze von acht Milliarden jährlicher Kosten für die Spitäler überschritten. Zwischendurch gab es viele Konzepte und Vorgaben, wie der Kostenanstieg zu bremsen sei, so wies etwa der Rechnungshof immer wieder auf ineffiziente Strukturen hin. Versuche, die Spitalslandschaft umzustrukturieren, scheitern immer wieder an lokalpolitischen Widerständen. Es kommt eher zu Ausbauten von Spitalsangeboten – egal, wie nahe das nächstgelegene Krankenhaus ist. Und wenn von Abteilungsschließungen die Rede ist, erfolgt oft nach einigen Monaten das politische Zurückrudern, die Rede ist dann wie etwa in Mürzzuschlag plötzlich von Ausbauten, ohne dass geklärt ist, woher die Gelder dafür kommen sollen.

Die Ärztekammer verweist auf ihre Forderung nach Neuorganisation der gesamten Gesundheitsfinanzierung. Denn mehr Leistungen im Spital sind für die Sozialversicherung, zumindest auf den ersten Blick, nach wie vor eher positiv. Ob sich eine Änderung vor 2013, also mit dem Auslaufen des Finanzausgleichs, ergibt, darf bezweifelt werden. Aber vielleicht bringt ja die laut Mayakalender „neue Zeit“ mit Jahresende 2012 die große Wende…

Lesen Sie zu diesem Thema diese Standpunkte:

Von Dr. Bernhard Schwarz, Leiter des Karl-Landsteiner-Instituts für Ökonomie: „Bessere Planung der Angebote der Spitäler ist nötig.

Von Dr. Harald Mayer, Obmann der Bundeskurie Angestellte Ärzte: „Finanzierung ambulanter Leistungen aus einem Topf würde Spitäler entlasten.

Von Dr. Thomas Czypionka, Gesundheitsökonom am Institut für Höhere Studien (IHS) in Wien: „Anstieg der Spitalskosten muss differenziert betrachtet werden.

Von Mag. Christian F. Freisleben-Teutscher , Ärzte Woche 48 /2009

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