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Gesundheitspolitik 12. November 2008

Meinung - Sicherheit von Gesundheitsdaten

Die neue E-Card könnte die Umsetzung vieler Visionen zur „E-Health“ bringen. Wollen wir das? Wer diskutiert noch über die Sicherheit von Gesundheitsdaten?

Auch im Spital soll die E-Card künftig zum Alltag gehören – bis 2009 soll sie in mindestens der Hälfte aller Krankenhäuser eingesetzt werden können. Sie ist ein Schlüssel zu einem scheinbar grenzenlosen Meer an Gesundheitsdaten. Der Aufbruch zur Elektronischen Gesundheitsakte (ELGA) scheint also eine längst beschlossene Tatsache zu sein.

Es geht um weit mehr als eine einfache Kundenkarte, wie sie von praktisch jedem Geschäft ausgegeben wird, natürlich auf Wunsch mit Foto und persönlichen Vorlieben kombiniert. Seit Jahren wird über E-Health diskutiert, werden einzelne „Module“ vorbereitet und umgesetzt, beschäftigen sich viele, sehr gut bezahlte Fachkräfte mit der Ausweitung eines immer komplexer werdenden Systems. „Vernetzung von Daten“ klingt einerseits logisch in Hinblick auf eine besser mögliche Gesundheitsforschung und andererseits bedrohlich. Denn was, wenn bestimmte Gesundheitsdaten meinem Arbeitgeber oder auch den gerade Regierenden nicht ins Konzept passt?

Momentan geht es in der Debatte hauptsächlich um’s Geld. Die Sicherheitsdebatte scheint in den Hintergrund gerückt zu sein. Außer wenn es um den angeblichen Missbrauch der E-Card geht – der „natürlich“ von den üblichen Verdächtigen droht, also von Menschen aus anderen Herkunftsländern oder solchen, die unseren Sozialstaat sträflich ausnützen wollen. Inzwischen sind selbst Vertreter der ÖVP auf diesen von FPÖ und BZÖ auf die Reise geschickten Diskussionszug aufgesprungen. Und in prä-koalitionärer Eintracht würden sich wohl auch SPÖ-Befürworter finden lassen. Diskussionen um Sicherheit sind gut, wenn es um jene unserer Gesundheitsdaten und ihrer geplanten Vernetzung geht… n

Mag. Christian F. Freisleben-Teutscher, Ärzte Woche

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