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Foto: Ärztekammer für Steiermark
Dr. Wolfgang Routil Präsident der Ärztekammer Steiermark
 
Gesundheitspolitik 17. November 2009

Was ambulant machbar ist, soll auch dort bleiben.

Im Sinne der notwendigen Subsidiarität des Leistungsangebotes geht das österreichische Sozialversicherungssystem im ambulanten Bereich von einem Vorrang der Versorgung durch niedergelassene Ärzte und/oder durch Gruppenpraxen aus. Es gibt klare Behandlungspfade, in denen der Allgemeinmediziner ein Koordinator ist und bleibt. Medizinische Leistungsangebote, die ambulant erbringbar sind, sind auch ambulant zu erbringen.

Die ambulanten Leistungen der Spitäler überschreiten die gesetzlichen Vorgaben allerdings bei weitem. Und von einer Einlösung der Versprechen, niedergelassene Strukturen zu stärken, wozu es auch Maßnahmen auf Bundesebene braucht, sind wir teils weit entfernt.

Es besteht die Gefahr einer weiteren Aufblähung des spitalsambulanten Leistungsspektrums – dies würde das Problem der ungesteuerten Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen verschärfen. Spitäler sollen sich auf die Kernaufgabe der stationären Versorgung konzentrieren.

Zu betonen ist, dass die Gespräche mit Frau Vollath sehr konstruktiv laufen und die Ärzteschaft ihre Ideen und Konzepte einbringen kann. Der Grundgedanke hinter dem Begriff Gesundheitszentrum ist an sich positiv, wenn er als stärkere Vernetzung verstanden wird. Zudem vorstellbar ist, dass Spitalsärzte in freiberufliche, niedergelassene Versorgungsstrukturen eingebunden werden, etwa über Ärzte GmbHs und den Ausbau von Gruppenpraxen auch in dezentralen Regionen. Gleichzeitig könnten niedergelassene Ärzte auch die stationären Strukturen nutzen, um den Auslastungsgrad zu erhöhen.

Im Regionalen Strukturplan Gesundheit – der tatsächlich der erste umgesetzte RSG ist – ist die kryptische Rede von „Standardversorgungeinheiten“. Es darf nicht zu einer Reanimierung der Allgemeinen Versorgungszentren und damit einer Zentralisierung der Medizin sowie der Übernahme wesentlicher ambulanter Leistungsbereiche durch die Spitäler kommen.

Lesen Sie auch die Einführung ins Thema zu diesem Standpunkt: Angst vor "Schreckgespenst" Allgemeine Versorgungszentren

Lesen Sie zu diesem Thema diese Standpunkte:

Von Dr. Bettina Vollath, Gesundheitslandesrätin Steiermark: „Die Entwicklung der Gesundheitszentren erfolgt schrittweise.

Von Dr. Reli Mechtler, Leiterin der Abteilung Gesundheitssystemforschung am Institut für Pflege- und Gesundheitssystemforschung der Johannes Kepler Universität Linz: „Vernetzung klingt gut, braucht aber vertragliche Absicherungen.

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