zur Navigation zum Inhalt
Foto: Ärzte-Woche-Montage
Aus Krankenhäusern sollen Gesundheitszentren werden. Über Aufgaben, Kompetenzen und sinnvolle Vernetzungen besteht jedoch noch Unklarheit.
 
Gesundheitspolitik 17. November 2009

„Schreckgespenst“ Allgemeine Versorgungszentren

Das Wort Schnittstellenmanagement ist sehr beliebt – aber wie weit soll dieses tatsächlich gehen? Sprich: Wie weit sollen Spitäler auch extramural tätig werden?

Die steiermärkische Gesundheitslandesrätin Dr. Bettina Vollath will einen Beschluss des Landtags vom letzten Juli – also noch vor ihrer Amtszeit – nun konkretisieren: Aus den „Krankenhäusern“ sollen Gesundheitszentren werden. Diese sollen stark auf die Bereiche Prävention und Früherkennung setzen, weiters soll auch eine viel stärkere Verzahnung mit verschiedenen Angeboten und Anbietern im Gesundheits- und Sozialbereich erfolgen. Als wichtiges Vorhaben ist in diesem Zusammenhang vom Abbau „teurer“ Doppelgleisigkeiten die Rede, vor allem auch im Bereich der präoperativen Befunde und der Nachbetreuung.

Wertvolle Impulse soll auch die Neuausrichtung im Entlassungsmanagement bringen – gerade wenn es um die Betreuung von Menschen mit Pflegebedarf oder die Nachbetreuung nach Ereignissen wie einem Schlaganfall oder Herzinfarkt geht.

Ein weiteres Thema ist das Wissen niedergelassener Allgemeinmediziner über die verschiedenen Angebote im Gesundheits- und Sozialbereich der Region und wie mit den jeweiligen Akteuren zusammengearbeitet wird.

Das klingt einerseits nach neuem Reformwillen und weckt gleichzeitig die Erinnerung an Visionen wie jene der „Allgemeinen Versorgungszentren“. Denn eine zentrale Frage bleibt, wer nun als Betreiber der neuen Gesundheitszentren agiert und wie stark dann Vernetzung mit dem niedergelassenen Bereich tatsächlich umgesetzt wird. Befürchtet wird etwa eine viel stärkere Zentralisierung – zu Lasten der viel beschworenen wohnortnahen Versorgung.

Lesen Sie zu diesem Thema diese Standpunkte:

Von Dr. Bettina Vollath, Gesundheitslandesrätin Steiermark: „Die Entwicklung der Gesundheitszentren erfolgt schrittweise.

Von Dr. Wolfgang Routil, Vizepräsident der Österreichischen Diabetesgesellschaft: „Was ambulant machbar ist, soll auch dort bleiben.

Von Dr. Reli Mechtler, Leiterin der Abteilung Gesundheitssystemforschung am Institut für Pflege- und Gesundheitssystemforschung der Johannes Kepler Universität Linz: „Vernetzung klingt gut, braucht aber vertragliche Absicherungen.

Von Mag. Christian F. Freisleben-Teutscher, Ärzte Woche 47 /2009

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben