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Foto: Privat
Inge Smolek, Redaktion
 
Gesundheitspolitik 11. November 2009

Meinung – #unsereuni: längst fälliger Protest der Basis

Das offizielle Österreich reagiert, wenn überhaupt, erstaunt. Die als völlig uninteressiert an Politik geltenden Studierenden besetzen Hörsäle und protestieren schon zum zweiten Mal auf den Straßen. Mittlerweile ist der Ösi-Protest-Funke ins benachbarte Ausland übergesprungen.

„Freie Bildung für alle.“ Die Studierenden wehren sich gegen marktwirtschaftliche Normen und Effizienzzwänge, die alle Lebensbereiche durchdringen, sie fordern faire (Berufs-)Chancen und Bildung im ursprünglichsten Sinn, als Entwicklung der individuellen Persönlichkeit.

Man muss sich auf ihre Art der Kommunikation einlassen, die konsequent basisdemokratischen Debatten in den Hörsälen, die Twitter-, Facebook-, Youtube-, Wiki-Webseiten und die Lifestreams der Plena verfolgen, um die Studierenden zu verstehen. Oder wie sie in der U-Bahn den Mitfahrenden fensterputzend die „freie Sicht auf freie Bildung“ vermitteln – einer ihrer vielen Protest-Flashmobs.

Wissen wächst exponenziell, Europa braucht Akademiker_innen (sic!), aber Studienplätze und die Mittel dafür werden beschränkt. Die Jungen werden 100 Jahre alt werden – wozu also die Hektik? Sie haben (Lebens-)Zeit für Bildung. Sie werden unsere Gesellschaft gestalten. Es spricht nichts dagegen, ihnen alles zu geben, was sie dazu benötigen. Sie sind naive Weltverbesserer? Ja! Und das ist gut so.

Inge Smolek, Ärzte Woche 46/2009

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