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Foto: Privat
Dr. Raimund Weitgasser Vizepräsident der Österreichischen Diabetesgesellschaft
 
Gesundheitspolitik 11. November 2009

Analysen von „Therapie aktiv“ zeigen Wichtigkeit des DMP.

In Salzburg wurde das DMP als randomisierte Studie begonnen, um valide Informationen zu Vor- oder Nachteilen zu erhalten. An der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität wurden bisher Daten von mehr als 1.400 Patienten ausgewertet. Die Trends sind sehr klar: Patienten im DMP nehmen regelmäßiger an Diabetesschulungen und Vorsorgeuntersuchungen teil und haben ihre Risikofaktoren besser im Griff. Aus dem DIALA-Projekt zeigt sich zudem, dass sich mit dem DMP stationäre Aufnahmen um bis zu ein Viertel reduzieren lassen.

Es ist bedauerlich, dass „Therapie Aktiv“ so unterschiedlich weit gediehen ist. Das Ausbildungsprogramm für die Ärzte, die Evaluierungsbögen und die grundlegende Vorgangsweise sind überall gleich. Vom Übergang in die Regelfinanzierung kann aber noch nirgendwo die Rede sein.

Die Argumente aus Niederösterreich für die Kündigung sind für mich nicht nachvollziehbar – das Projekt ist im Aufbau, Evaluierungen fehlen noch. Falsch ist von einer auch ohne DMP optimalen Versorgung zu reden: Diabetes-Folgeerkrankungen sind weiter im Steigen und gerade in Niederösterreich fehlen laut einer Erhebung aus dem Jahr 2008 spezialisierte Behandlungsmöglichkeiten wie Diabetesambulanzen und Fußsprechstunden.

Lesen Sie auch die Einführung ins Thema zu diesem Standpunkt: Neue Diskussion um Disease Management Programm Diabetes

Lesen Sie zu diesem Thema diese Standpunkte:

Von Anna Mayer, Bundesvorsitzende der Österreichischen Diabetikervereinigung (ÖDV): „Ärzte weisen viel zu wenig auf die Vorteile von "Therapie Aktiv" hin.

Von Dr. Johann Jäger, Obmann der Kurie der niedergelassenen Ärzte in Niederösterreich: „Eigentlich gäbe es keinen Grund zur Kündigung des DMP.

Von Dr. Christoph Reisner, Präsident der Niederösterreichischen Ärztekammer: „Viele Ärzte begrüßen den Ausstieg aus "Therapie Aktiv".

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