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Foto: Privat
Anna Mayer Bundesvorsitzende der Österreichischen Diabetikervereinigung (ÖDV)
 
Gesundheitspolitik 10. November 2009

Ärzte weisen viel zu wenig auf die Vorteile von „Therapie Aktiv“ hin.

Die Kündigung in Niederösterreich ist ein Rückschlag für dieses wichtige Projekt der Sekundärprävention. Wobei es auch grundsätzliche Probleme gibt: Viele Diabetiker sind nicht mehr so mobil und haben es daher schwer, regelmäßig an den Patientenschulungen teilzunehmen. Hier wären innovative nachgehende Ansätze gefragt. Ein Grundproblem ist, dass viele Ärzte zu wenig auf „Therapie Aktiv“ hinweisen. Wir hören immer wieder von Diabetikern, zu denen der Arzt sagt: „Sie kommen eh zu mir, das reicht …“ Natürlich spielt der Haus- oder Facharzt eine wichtige Rolle. Große Bedeutung haben aber die strukturierten Gespräche und der dabei mögliche Erfahrungsaustausch. Viele Betroffene bekommen dadurch einen neuen Motivationsschub, sich ihrer Krankheit aktiv zu stellen und regelmäßig zu den wichtigen Augen- und Fußuntersuchungen zu gehen.

Obwohl die ÖDV als Interessensvertretung nicht überall in die Planungen eingebunden wurde, wünscht sich der Hauptverband jetzt, dass wir den Diabetikern die Vorteile des DMP auf breiter Basis aufzeigen. Wir informieren schon seit Anfang 2008 bei vielen verschiedenen Veranstaltungen und Treffen ausführlich.

Ich sehe es als großes Problem, wie unterschiedlich „Therapie Aktiv“ in den Bundesländern vorangeschritten ist. Teils gibt es zudem Abrechnungsprobleme bei Patienten, die in Grenzregionen leben und in ein anderes Bundesland zur Behandlung gehen.

Lesen Sie auch die Einführung ins Thema zu diesem Standpunkt: Neue Diskussion um Disease Management Programm Diabetes

Lesen Sie zu diesem Thema diese Standpunkte:

Von Dr. Raimund Weitgasser, Vizepräsident der Österreichischen Diabetesgesellschaft: „Analysen von "Therapie aktiv" zeigen Wichtigkeit des DMP

Von Dr. Johann Jäger, Obmann der Kurie der niedergelassenen Ärzte in Niederösterreich: „Eigentlich gäbe es keinen Grund zur Kündigung des DMP.

Von Dr. Christoph Reisner, Präsident der Niederösterreichischen Ärztekammer: „Viele Ärzte begrüßen den Ausstieg aus "Therapie Aktiv".

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