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Gesundheitspolitik 12. November 2009

Neue Diskussion um Disease Management Programm Diabetes

Obwohl „Therapie Aktiv – Diabetes im Griff“ alsbundesweites Projekt angelegt ist, wird es uneinheitlich umgesetzt. Nun wurde in Niederösterreich der Vertrag mit der Kasse gekündigt.

Im Sommer 2005 legte die damalige Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat ein Konzept für ein Disease Management Programm (DMP) zu Diabetes vor. Von ärztlicher Seite gab es zunächst große Zurückhaltung: Befürchtet wurde ein hoher Dokumentationsaufwand, zudem erschienen die Leitlinien für die Behandlung stark als „vom grünen Tisch aus“ entstanden.

Die Steiermark, Salzburg und Wien waren die ersten Bundesländer, die „Therapie Aktiv“ (www.therapie-aktiv.at ) in Form von Reformpoolprojekten 2007 umsetzten. Oberösterreich hat mit dem sogenannten DIALA-Programm bereits seit mehreren Jahren eine Vorreiterrolle in Sachen DMP inne. Die anderen Bundesländer folgten schrittweise, wobei man etwa in Kärnten zwar intensiv nachdenkt, von einem Projektstart aber noch weit entfernt ist. In Niederösterreich erfolgte die Umsetzung ebenso mit Mitteln aus dem Reformpool, jetzt beschloss die Führung der Ärztekammer die Kündigung des Vertrags zum DMP. Ein Schritt, der für manche überraschend kam, sich für andere aber schon lange abzeichnete. „Therapie Aktiv“ ist das einzige DMP in Österreich. In anderen Ländern wie Deutschland gibt es mehrere, etwa für Brustkrebs, Asthma, COPD oder koronare Herzkrankheiten. Teilweise wird mit Telefonmarketing durch die Sozialversicherungen versucht, Patienten für die Programme zu rekrutieren. Die Kritik an denen ist in Deutschland nach einigen Vereinfachungen in bürokratischer Hinsicht fast verstummt. Ist die Entwicklung in Niederösterreich der Anfang vom Ende für DMP-Ansätze in der Alpenrepublik?

Lesen Sie zu diesem Thema diese Standpunkte:

Von Anna Mayer, Bundesvorsitzende der Österreichischen Diabetikervereinigung (ÖDV): „Ärzte weisen viel zu wenig auf die Vorteile von "Therapie Aktiv" hin.

Von Dr. Raimund Weitgasser, Vizepräsident der Österreichischen Diabetesgesellschaft: „Analysen von "Therapie aktiv" zeigen Wichtigkeit des DMP

Von Dr. Johann Jäger, Obmann der Kurie der niedergelassenen Ärzte in Niederösterreich: „Eigentlich gäbe es keinen Grund zur Kündigung des DMP.

Von Dr. Christoph Reisner, Präsident der Niederösterreichischen Ärztekammer: „Viele Ärzte begrüßen den Ausstieg aus "Therapie Aktiv".

Von Mag. Christian Freisleben-Teutscher, Ärzte Woche 46 /2009

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