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Die Generation 70plus ist heute viel gesünder als noch vor 20 Jahren.
 
Gesundheitspolitik 3. November 2009

Standpunkte: Alter ist keine Krankheit

Die Mortalität bei den 80- bis 90-Jährigen ist deutlich im Sinken. Was bedeutet das für die medizinischen, pflegerischen und sozialen Versorgungsstrukturen der Zukunft?

In der Fachzeitschrift The Lancet wird über eine Studie deutscher und dänischer Forscher berichtet, laut der jedes zweite Neugeborene die Chance hat, über 100 Jahre alt zu werden. Vermutet wird zudem, dass ältere Menschen von morgen viel gesünder sein werden und sich eher selbst werden versorgen können. Allerdings verweist eine britische Studie darauf, dass sich die Zahl der Demenzerkrankungen aufgrund der längeren Lebenserwartung weltweit alle 20 Jahre nahezu verdoppeln wird.

Mutmaßungen und Ängste über die Auswirkungen der demografischen Entwicklung gibt es viele, so ist etwa von einer „grauen Welle“ die Rede. Aber von keiner, die zum lustvollen Surfen einlädt, sondern einer, die gesellschaftliche Probleme und Auseinandersetzungen verschärft und die Sicherheit der medizinischen und pflegerischen Versorgung in Frage stellt. Inzwischen gibt es auch an Österreichs Universitäten ein immer breiter werdendes Angebot zur Ausbildung von Gerontologen, die sich mit den Bedürfnissen und der speziellen Situation von alternden Menschen auseinandersetzen. Denn ein 60-Jähriger, der heute in Pension geht, ist oft noch sehr mobil. Gleichzeitig werden seine Kaufkraft und gesellschaftliche Relevanz oft unterschätzt. Veränderungen werden für die ärztliche Ausbildung gefordert. Weiters gilt es, die enge und kontinuierliche Kooperation von Ärzten mit Pflegefachkräften und Berufsgruppen wie Ergo-, Physiotherapeuten und Logopäden sowie mit Sozialarbeitern gezielt zu fördern. Denn diese ist für die Betreuung geriatrischer Patienten unverzichtbar.

Lesen Sie zu diesem Thema diese Standpunkte:

Von Prof. Dr. Christoph Gisinger, Medizinischer Leiter, Haus der Barmherzigkeit in Wien: „Wer alt ist, ist nicht automatisch geriatrisch.

Von Prof. Dr. Bernd Seeberger, Leiter des Instituts für Gerontologie und demografische Entwicklung der Privaten Universität für Gesundheitswissenschaften, Medizinische Informatik und Technik in Innsbruck: „Aufwertung der Schlüsseldisziplin Gerontologie nötig

Von Prof. Dr. Peter Pietschmann, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Geriatrie und Gerontologie: „Möglichkeiten der Präventivmedizin werden noch kaum genutzt.

Von Mag. Christian F. Freisleben-Teutscher, Ärzte Woche 45 /2009

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