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Dr. Erwin Rebhandl Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Allgemeinmedizin (ÖGAM)
 
Gesundheitspolitik 28. Oktober 2009

Bei der Finanzierung der Lehrpraxis wäre eine Drittelfinanzierung gut.

Die beschlossene Erhöhung des Gehalts in der Lehrpraxis ist zunächst als Aufwertung dieser zu sehen. Denn die Tätigkeiten ähneln ja letztlich denen im Krankenhausbereich sehr und es ist nicht einsehbar, warum hier mit zweierlei Maß gemessen werden soll.

Die Frage ist: Wer sorgt für die Finanzierung, die für die beteiligten Ärzte alleine nicht möglich ist? Eine Drittellösung Arzt, Land, Bund wäre sicher eine Option. Zumindest müsste aber alles, was monatliche Kosten von 1.000 Euro übersteigt, zugeschossen werden. Ebenso muss geklärt sein, dass die vom Turnusarzt erbrachten Leistungen über die Kasse abrechenbar sind – also auch Vorsorgeuntersuchungen. Dies wäre ein Beitrag der Sozialversicherungen zum Gelingen dieses wichtigen Modells, wobei über die Limits bei verschiedenen Posten noch zu diskutieren ist. Gleichzeitig bräuchte es eine Schärfung des Profils der Lehrpraxis: also eine verpflichtende Fortbildung für Lehrpraxisinhaber zum Themenfeld Wissensvermittlung und die Fixierung der obligat zu vermittelnden Inhalte, verbunden mit einer Evaluation – dazu gibt es ein detailliertes Konzept der ÖGAM.

Die ÖGAM hat zuletzt vorgeschlagen, zwar die Konzepte für die Veränderungen der Ausbildung zum Allgemeinmediziner umzusetzen, aber von der Bezeichnung „Facharzt“ abzusehen, an der sich nach wie vor einige stoßen. Damit endlich mehr Bewegung in diese Sache kommt, darf es nicht vordergründig um Titel gehen, sondern eben um das Profil der Ausbildung, bei der auch die Lehrpraxis ein integraler Teil sein muss. Unser Wunsch ist, dass im nächsten Frühjahr die Umsetzung startet.

Lesen Sie auch die Einführung ins Thema zu diesem Standpunkt: Lehrpraxis am Scheideweg - wer zahlt die Gehälter?

Lesen Sie zu diesem Thema diese Standpunkte:

Von Dr. Günther Wawrowsky, Vorsitzender der Bundeskurie der niedergelassenen Ärzte: „Die Lehrpraxis ist auf dem Weg zum Facharzt für Allgemeinmedizin.

Von Dr. Michael Wendler, Modell-Lehrpraxis für Allgemeinmedizin: „Die VEränderung des Kollektivvertrags ist eine blauäugige Aktion.

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