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Foto: Buenos Dias/photos.com
Die Ausbildung in der Praxis erfordert Zeit und Geld – beides ist Mangelware.
 
Gesundheitspolitik 29. Oktober 2009

Lehrpraxis am Scheideweg – wer zahlt die Gehälter?

Beschlossen wurden höhere Gehälter für Turnusärzte in der Lehrpraxis – wenn sich die öffentliche Hand nicht an den Kosten beteiligt, wird diese endgültig zum Nischenprodukt.

Anfang Oktober haben die Bundeskurien der angestellten und niedergelassenen Ärzte einen Kollektivvertrag für Turnusärzte in Lehrpraxen vereinbart: Wer in einer Lehrpraxis arbeitet, bekommt demnach mehr Gehalt. Die Höhe hängt vom Ausbildungsgrad und von der Dauer der Mitwirkung in der Lehrpraxis ab. Festgesetzt wurde auch der Starttermin mit Beginn 2010. Wobei die Zustimmung des Sozialministeriums noch aussteht.

Schon in den letzten Jahren wurde gerade in Zusammenhang mit der Umstellung auf den Facharzt für Allgemeinmedizin immer wieder heftig über die Zukunft der Lehrpraxis diskutiert. Dabei geht es nicht nur um die Gehälter für die Lehrpraktikanten oder um die Gegenleistungen für den Inhaber der Lehrpraxis, sondern auch um die Qualität des Lehrangebots in den Ordinationen.

Gerade die ersten zwei Monate einer Lehrpraxis heißen für den Lehrenden, dass er sich auch ausreichend Zeit für die Einführung in allgemeinmedizinisches Denken und Handeln nehmen muss. Später stellt sich dann die Frage, wie ein möglichst eigenständiges Handeln in den Gegebenheiten der Ordination konkret umgesetzt wird. Dies alles hängt natürlich eng mit den zur Verfügung stehenden finanziellen Mitteln zusammen.

Ob es Förderungen geben wird, wie hoch diese ausfallen könnten und was die Voraussetzungen dafür genau sind, ist noch alles völlig offen. Ebenso wie die Frage, wie eine Veränderung der Ausbildung zum Allgemeinmediziner ohne das Rückgrat Lehrpraxis überhaupt realisierbar ist.

Lesen Sie zu diesem Thema diese Standpunkte:

Von Dr. Günther Wawrowsky, Vorsitzender der Bundeskurie der niedergelassenen Ärzte: „Die Lehrpraxis ist auf dem Weg zum Facharzt für Allgemeinmedizin.

Von Dr. Erwin Rebhandl, Präsident der niederösterreichischen Gesellschaft für Allgemeinmedizin (ÖGAM): „Bei der Finanzierung der Lehrpraxis wäre eine Drittelfinanzierung gut.

Von Dr. Michael Wendler, Modell-Lehrpraxis für Allgemeinmedizin: „Die VEränderung des Kollektivvertrags ist eine blauäugige Aktion.

Von Mag. Christian F. Freisleben-Teutscher , Ärzte Woche 44 /2009

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