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Dr. Jan Oliver Huber Generalsekretär der pharmig
 
Gesundheitspolitik 20. Oktober 2009

Sparen am Rücken der Patienten

In Salzburg wird künftig auf Rezept nur mehr nach dem billigsten Stand der Medizin behandelt. Und: Dieses Konzept soll auf ganz Österreich ausgeweitet werden. Leidtragende sind die Patienten, die dazuzahlen oder schlechter behandelt werden. Keine Rücksicht genommen wird darauf, ob der Patient durch die Umstellung mehr Rezeptgebühr zahlen muss. Und: Dauernde Umstellungen auf das billigste Medikament verhindern Therapietreue und so den Heilungserfolg.

Es ist falsch anzunehmen, dass das billigste Medikament automatisch die geringsten Kosten verursacht. Nicht die Anschaffungskosten, sondern der Erfolg der Behandlung ist ein zentraler Faktor: Je länger ein Medikament eingesetzt wird, umso mehr Kosten entstehen – gerade, wenn das Medikament langfristig nicht die erwünschte Wirkung zeigt. Mit Milchmädchenrechnungen kommen wir hier nicht weiter.

Anstatt sich darauf zu konzentrieren, was kranke Menschen von ihrer Kasse erwarten können, werden neue Listen entwickelt, die das System noch weiter verkomplizieren. Von Ökonomielisten, die von den Ärzten brav befolgt werden, da sie sonst Honorarkürzungen fürchten, wird keiner gesund.

Der Vertrag zwischen SGKK und Ärztekammer Salzburg setzt offensichtlich die Richtlinie zur ökonomischen Verschreibweise, den Erstattungskodex und die Beschlüsse der Heilmittel-Evaluierungskommission außer Kraft. Die SGKK handelt damit für Patienten intransparent, ohne für so einen Vertrag die notwendige Kompetenz zu haben.

Noch ein Aspekt: Vorgesehen ist, dass die Paracelsus Medizinische Privatuniversität Salzburg für Zweifelsfälle aufwendige Gutachten erstellt, welches Mittel nun tatsächlich günstiger ist. Ich hoffe, die SGKK hat genügend Budget beiseite gestellt, um die Vielzahl an notwendigen Gutachten der PMU zahlen zu können. Für jeden Einzelfall ein Gutachten zu erstellen, wird sehr teuer.

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